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| 18:32 Uhr

Lausitzer Kurze
Mit dem Obenkino abtauchen

 Laura Maria Hänsel mit vollem Einsatz in dem Kurzfilm „Traum, Taucher zu sein“ von Erik Schiesko.
Laura Maria Hänsel mit vollem Einsatz in dem Kurzfilm „Traum, Taucher zu sein“ von Erik Schiesko. FOTO: Clemens Schiesko
Cottbus. Kleines Filmtheater zeigt Lausitzer Kurzfilme am Freitag und Samstag unter freiem Himmel. Von Peggy Kompalla

Nie war es einfacher, Filme zu sehen, als heute. Es gibt sie sogar mobil auf dem Handy. Netflix und Amazon Prime bieten eine schier unendliche Auswahl, aus der sich das Publikum bequem vom heimischen Sofa aus bedienen kann. Das Cottbuser Obenkino setzt dagegen ein besonderes Programm und stellt am Freitag und Samstag das Schaffen heimischer Filmemacher in den Mittelpunkt. Die „Lausitzer Kurzen“ kommen auf die große Leinwand  – noch dazu unter freiem Himmel.

Heidi Fischer verantwortet im Glad-House das Programm des Obenkinos. Kurzfilme kommen oft zu kurz, findet sie. Früher war es sogar im eigenen Haus üblich, einem Spielfilm einen passenden Kurzfilm voranzustellen. „Das Genre bietet ein Experimentierfeld“, sagt sie. Deshalb dürfte es bei den „Lausitzer Kurzen“ einige Überraschungen geben.

Das bestätigt Erik Schiesko. Der Cottbuser dreht selbst immer wieder Filme – darunter viele  kurze. Aber auch der Spielfilm „Blaue Stunde“ gehört zu seinem Repertoire. Über Łužycafilm, dem Sorbisch-Deutschen Filmnetzwerk, ist die Filmauswahl für die „Lausitzer Kurzen“ entstanden. Schiesko bietet an beiden Abenden ein Filmgespräch mit einzelnen Protagonisten an.

Er sagt: „Kurzfilme sind schnell und einfach umzusetzen. Dagegen benötigen Spielfilme eine Finanzierung.“ Deshalb sind Kurzfilme für Filmemacher der klassische Einstieg. „Sie bieten eine große Vielfalt. An so einem Abend ist das eine echte Achterbahn der Gefühle.“ Die garantiert der Cottbuser für den Filmabend mit den „Lausitzer Kurzen“. Zwölf Filme werden zu sehen sein. Der kürzeste bringt es gerade einmal auf eine Minute und 20 Sekunden, die längsten auf 15 Minuten.

Dazu gehört etwa „Friedenkriegen“ von Maja Nagel. Der Film hatte beim Neiße-Filmfestival Premiere. „Das ist eine Collage mit Animation, dokumentarischen Stücken und Spielfilmszenen“, erklärt Erik Schiesko. An dem Abend sind aber auch Werke ganz junger Filmemacher zu sehen – von Teenagern. „Johnny“ ist so einer und erzählt die Geschichte, wie einer Schwester der kleine Bruder abhanden kommt. Entstanden ist der Film in Hoyerswerda. Aus Cottbus steuert Erik Schiesko ein Werk bei: „Traum, Taucher zu werden“, der auch in der Stadt und Umgebung gedreht wurde. Abtauchen ist also Programm.

 Laura Maria Hänsel mit vollem Einsatz in dem Kurzfilm „Traum, Taucher zu sein“ von Erik Schiesko.
Laura Maria Hänsel mit vollem Einsatz in dem Kurzfilm „Traum, Taucher zu sein“ von Erik Schiesko. FOTO: Clemens Schiesko