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| 17:46 Uhr

Kultur
Obenkino lädt zur langen Nacht der kurzen Filme

Cottbus. Tour zeigt die besten Streifen 2017 im Freiluftkino.

Die Kurz.Film.Tour. startet 2018 wieder durch und besucht Cottbus, um Filmliebhaber am Freitag, 10. August, ab 21 Uhr die besten Kurzfilme des vergangenen Jahres zu präsentieren. Das Freiluftkino im Obenkino lädt ein zu einem vielseitigen Programm voller Spannung und Emotionen.

Zu Beginn wird das Publikum in „Pix“ von Sophie Linnenbaum auf eine Reise durch das gesamte Leben mitgenommen. Von Geburt, über Einschulung, bis hin zur Hochzeit und dem endgültigen Schluss- kein Erlebnis wird dabei ausgelassen. Was nicht fehlen darf? All diese wundervollen Momente in Bildern festzuhalten! Denn auf Familienfotos sind doch immer ein strahlendes Lächeln und Zufriedenheit zu sehen.

Ganz anders geht es dafür in Michael Ciesielskis „Kleinheim“ zu. Die Bewohner eines Dorfidylls sind umgeben von Maisfeldern und scheinen das ruhige Leben zu genießen. Für ein junges Mädchen wird die Stille zur Tortur, doch ein Ausweg scheint zwecklos: Wer Kleinheim verlassen möchte, muss in die Tiefen der Felder. Doch von dort ist noch niemand lebendig zurückgekehrt...

Emotional wird es in Michael Fetter Nathanskys Kurzfilm „Gabi“. Darin sucht die Titelheldin nach mehr als ihr der triste Alltag bietet. Von der Schwester für ihre Zwecke benutzt und vom Ehemann betrogen - die Güte der Fliesenlegerin wird gnadenlos ausgenutzt. Lediglich ihr Azubi Marco, der mit Gabi die Trennung von seiner Freundin übt, füllt teilweise die Leere im Leben der Frau. Der berührende Kurzfilm mit einer stark charismatischen Hauptdarstellerin feierte seine Premiere bei der 67. Berlinale 2017 im Rahmen der Sektion Perspektive Deutsches Kino.

In „Blind Audition“ lässt Regisseur Andreas Kessler seine Protagonisten Ari und Ron an die Grenzen ihrer Gefühle kommen. Die beiden ambitionierten Musiker kämpfen um eine Solistenstelle eines Orchesters. Der Konkurrenzdruck wird schließlich zu einer Vertrauensprobe für das langjährige Paar.

Für einen experimentellen Umschwung sorgt Mariola Brillowskas Film „Schwarze Welle“. Darin trifft ein Schiffbrüchiger mitten im Ozean auf eine uniformierte Meerjungfrau, die ihn auf eine Insel für Flüchtlinge bringt. Skurrile Dialoge, Genitalvergrößerungen und intelligente Illustrationen führen die Zuschauer in eine Utopie, welche aktuelle politische Themen und Vorurteile aufgreift.

Juliane Ebners „Landstrich“ fokussiert sich auf die politische Vergangenheit unseres Landes. Auf Plastikfolien und in vielen einzelnen Zeichnungen erzählt die Regisseurin die bedrückende, wenn auch hoffnungsvolle Geschichte einer deutschen  Familie zwischen Kriegsende und Mauerfall. Die biografisch geprägte Erzählung zeigt einen privaten Fall von Brutalität, Selektierung und dem Kampf gegen das eigene Trauma auf. Inspirierend und schockierend zugleich, besonders wenn man sich bewusst wird, dass es sich hier um keinen Einzelfall handelt.

Im letzten Teil des Programms geht es weiterhin expermintell zu: Brenda Lien präsentiert in gerademal vier Minuten eine Katzen-Video Compilation, wie man sie bisher noch nie zuvor gesehen hat: Karikaturen spielen mit der eigenen Fantasie und bestimmen diese; im Fall von „Call of Cuteness“ muss sich der Zuschauer auf einen wilden Trip zwischen Leben, der Fetischisierung von Schmerz und Lust zum Abnormalen gefasst machen.

Der Eintritt zur Kurzfilmnacht kostet 6, ermäßigt 4 Euro.

(dst)