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OB verteidigt Cottbuser Kreisfreiheit

Holger Kelch
Holger Kelch FOTO: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)
Cottbus. Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) verteidigt seine Haltung in der Reformdebatte und betont, dass nur die Kreisfreiheit das Beste für Cottbus ist. Auf den Vorstoß von Stadtparlamentschef Reinhard Drogla (SPD) für eine Bewerbung um den Kreissitz hat er eine klare Antwort. Peggy Kompalla

In seiner Regierungserklärung widmet sich Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) am Mittwoch im Stadtparlament ausführlich der Kreisreform-Debatte, in der er immer mehr unter Druck gerät. Dabei betont Kelch mehrmals: "Die Kreisfreiheit ist das Gut, das es weiter zu verteidigen gilt. Das ist die beste Lösung für unsere Stadt."

Die Bewerbungen um den Kreissitz bezeichnet er als "unwürdiges Windhund-Rennen". "So spielt das Land die Kommunen gegeneinander aus", betont er am Mittwoch. "Selbstverständlich würde die Stadt Cottbus auch die nötigen Voraussetzungen erfüllen, Kreissitz und Sitz einer Kreisverwaltung zu sein. Schließlich waren wir einmal kreisfreie Bezirksstadt. Das wäre dann noch die beste der vielen schlechten Lösungen, die derzeit präsentiert werden." Die Kreissitz-Bewerbungen entbehrten jeglicher gesetzlichen Grundlage, es gebe nicht einmal offizielle Aufforderungen oder Termine. "Senftenberg ist sicher eine schöne Kreisstadt und kann das gern auch nach einer Neugliederung der Kreise sein - aber das geht nur, wenn Cottbus kreisfrei bleibt", erklärt Kelch.

Oberbürgermeister Holger Kelch reagiert dann auch auf den Vorstoß von Reinhard Drogla - ohne ihn direkt zu benennen. Der Stadtparlamentschef hatte Anfang der Woche vorgeschlagen, dass sich die Stadt Cottbus offiziell als Kreissitz eines möglichen neuen Landkreises bewerben soll. Das sollten die Abgeordneten im November - möglichst mit deutlicher Mehrheit - beschließen. Holger Kelchs Gegenvorschlag: "Ich lade Sie, meine Damen und Herren Stadtverordnete, ein, in unserer nächsten Sitzung am 30. November einen Beschluss zu fassen, dass Cottbus kreisfrei bleiben soll." Er schiebt hinterher: "Dass wäre eine symbolträchtige Haltung jenseits politischer Ränkespiele und ein Bekenntnis zur Zukunft unserer Stadt."