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| 01:26 Uhr

Notruf 112 Arbeit der Retter täglich neu auf dem Prüfstand

Carsten Brudek ist Qualitätsmanager der Leitstelle Lausitz in Cottbus und sorgt dafür, die Abläufe zu optimieren.
Carsten Brudek ist Qualitätsmanager der Leitstelle Lausitz in Cottbus und sorgt dafür, die Abläufe zu optimieren. FOTO: Daniela Kühn
Cottbus.. Die Leitstelle Lausitz ist täglich Schnittstelle, um Leben zu retten, Brände zu löschen oder Gefahren zu verhindern. Um das Niveau zu steigern und die Arbeit optimal zu organisieren, engagiert sich Carsten Brudek seit knapp einem Jahr besonders. Daniela Kühn

Der Qualitätsbeauftragte arbeitet daran, dass die Zentrale, die von Cottbus aus alle Einsätze zwischen dem Süden Berlins und dem Norden Sachsens koordiniert, ein von der Europäischen Union genormtes Siegel bekommt. Das Zeichen solle der Leitstelle bescheinigen, dass sie Qualitätsarbeit leiste.
Der Blick über die Schulter gehört für Carsten Brudek zum Job. Er muss sowohl seine eigene Leistung als auch die der gesamten Leitstelle immer wieder hinterfragen. „Auf dem Prüfstand steht beispielsweise die Kundenorientierung. Gemeint ist etwa der Umgang unserer Einsatzkoordinatoren mit den Hilfesuchenden am Notruf, mit der Besatzung von Feuerwehr und Rettungswagen“ , erzählt der 44-Jährige. Geachtet werde etwa auf Gesprächsführung, Freundlichkeit und Bestimmtheit.
Die Leitstelle, die Südbrandenburg abdeckt, sei eine Serviceeinheit für Feuerwehr, Rettungsdienst sowie den Bürgern vor Ort. Zu dem 60-köpfigen Team gehörten unter anderem Einsatzkoordinatoren, Techniker, Fachgruppenleiter. Die Frauen und Männer seien ständig miteinander im Gespräch. „Wir werten unsere Arbeit aus, sprechen Probleme an und versuchen gemeinsam, sie zu bewältigen“ , so Carsten Brudek.
Mit seiner Familie wohnt er in Forst, seit dem Jahr 1991 ist er bei der Berufsfeuerwehr, seit 1997 bei der Leitstelle. Die Arbeit sei ihm wichtig, mache ihm Spaß. Auch nach Dienstschluss könne er nicht von ihr lassen, sagt der große Mann. „Mein Handy ist immer an. Wenn schwierige Einsätze sind, möchte ich informiert werden.“ Außerdem gehöre er zur Freiwilligen Feuerwehr Forst. Der Kontakt zur Basis sei ihm wichtig. Auch die Einblicke in die einzelnen Aufgabenbereiche gehörten zu seinen Erfahrungen. Ob Rettungsassitent, Gruppenführer, Disponent, Ausbildung zum gehobenen Dienst, Wachabteilungsleiter - Carsten Brudek hat verschiedene Stationen durchlaufen, um jetzt über die Arbeit in der Leitstelle urteilen und sie verbessern zu können.
Derzeit absolviert er ein Studium an der Fernakademie Hamburg zum Qualitätsbeauftragten. Wenn wegen schwieriger Einsätze Not am Mann sei, helfe der Qualitätsbeauftragte auch an einem der Arbeitsplätze mit, nehme Anrufe entgegen und koordiniere die Rettungskräfte. „Ansonsten bearbeite ich die glücklicherweise relativ wenigen Beschwerden, liefere einen Überblick über die Notrufe der vergangenen Tag- und Nachtschicht.“ Wenn Staatsanwaltschaft oder Kriminalpolizei die Aufzeichnungen bestimmter Anrufe benötigten, falle dies in den Aufgabenbereich von Carsten Brudek, der auch Vertreter des Abteilungsleiters der Leitstelle ist.
Sein Dienst beginnt um sechs Uhr morgens. Wenn er als Einsatzleiter eingeteilt sei, sei er wie seine Kollegen 24 Stunden in Bereitschaft.
Mit auszurücken und etwa bei Bränden vor Ort zu sein, bleibe eine Herausforderung, wie Brudek erklärt. „Kein Einsatz gleicht dem anderen, es gibt einfach kein Schema.“ Als Qualitätsbeauftragtem kämen ihm diese hautnahen Erlebnisse zugute, „damit ich dabei helfen kann, das abzustellen, was mich draußen ärgert“ .

Zum Thema Die Leitstelle
  Für ihre Serie hat sich die RUNDSCHAU in der Leitstelle Lausitz in der Dresdner Straße 46 in Cottbus umgeschaut. Dort arbeiten 48 Frauen und Männer als Disponenten sowie ein sechsköpfiger Führungsstab.
Die Leitstelle ist verantwortlich, Leben zu retten, Brände zu löschen und Gefahren abzuwenden für die Regionen Cottbus, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Landkreis Dahme-Spree.