| 02:33 Uhr

Noch immer auf dem Trockenen

Damit auf dem Wasserspielplatz im Eliaspark wieder Wasser fließt, werden insgesamt 100 000 Euro benötigt.
Damit auf dem Wasserspielplatz im Eliaspark wieder Wasser fließt, werden insgesamt 100 000 Euro benötigt. FOTO: Jenny Theiler
Cottbus. Ein trauriges Bild bietet sich den Besuchern des Eliasparks, wenn sie an den verwitterten Spielgeräten des berühmten Cottbuser Wasserspielplatzes vorbei laufen. Ganz vage erinnert das ausgetrocknete nierenförmige Becken an eine Zeit, in der sich noch eine ganze Generation von Kindern im kühlen Nass vergnügt hat. Jenny Theiler

Nach verschiedenen Reparationsarbeiten wurde der Spielplatz 2013 endgültig geschlossen. Der damalige Versuch den Spielplatz mit Spreewasser aufzufüllen, ist gescheitert, da Wasserproben bakteriell belastet waren.

Seit 2015 besteht der Wunsch, den interaktiven Spielplatz wiederzueröffnen. Ende des vergangenen Jahres nahm sich die Bürgerstiftung Cottbus dem anspruchsvollen Projekt an und sammelt seither Geld für den Wiederaufbau. Unterstützt wird die Stiftung vom Cottbuser Unternehmen Built a rock. Die erfahrenen Felsenbauer haben bereits mit dem Bau neuer Spielgeräte begonnen. "Wir wollen noch in diesem Monat - allerspätestens Anfang Oktober - die ersten neuen Geräte auf dem Wasserspielplatz montieren", verrät Jens Brand der RUNDSCHAU. Ideen sind reichlich vorhanden und warten darauf, von den erfahrenen Spielplatzbauern umgesetzt zu werden. "Nur leider hängt es am Geld", bedauert Jens Brand die derzeitige Bausituation. Zwar habe man mit den Spenden der Bürgerstiftung Cottbus bisher schon einiges erreicht, aber um weiter zu machen, würde noch immer sehr viel Geld fehlen. "Wir sind auch auf der Suche nach freigiebigen Firmen, die bereit sind uns zu unterstützen", erklärt der Erlebnispädagoge. Da der neue Spielplatz gegenüber seinem Vorgänger aus dem Jahr 1995 kein stehendes Gewässer mehr beinhalten darf, müssen auch die Installationen komplett erneuert werden, damit das Wasser fließt. Auf diese Art soll die Ansammlung von Bakterien im Becken vermieden werden.

Durch die Abstimmungen bei der Fanta Spielplatz-Initiative sind immerhin 1000 Euro zusammengekommen. Ein schwacher Trost, wenn man bedenkt, dass noch knapp 85 000 Euro für die Wiedereröffnung fehlen. "Nach dem Spatenstich im Juli war das Feedback innerhalb der Stadt katastrophal", bedauert der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Peter Albert. Dass Unternehmen und Bürger ein Interesse an der Wiedereröffnung des Wasserspielplatzes hätten, sei kaum zu erkennen gewesen. "Theoretisch hätten wir das Geld sofort zusammen, wenn jeder Cottbuser nur einen Euro spenden würde", erklärt Peter Albert. Dennoch lässt sich die Bürgerstiftung nicht entmutigen. "Wir sind einfach zu sehr von diesem Projekt überzeugt, als dass wir es einfach aufgeben", betont der Vorstandsvorsitzende.

Eine Skizze des künftigen Wasserspielplatzes besteht bereits. Built a rock hatte die Idee, den Verlauf der Spree auf dem Gelände darzustellen. Die Umrandungen des Originalbeckens sollen für das neue Projekt beibehalten werden. Neben dem Spremberger Stausee, der Bautzener Wasserkunst und sogar dem Berliner Fernsehturm, sollen auch der Spreewald und der künftige Ostsee in Miniaturform auf dem Gelände Platz finden. "Die Kunst besteht jetzt darin, das alles auch an die bestehenden Vorgaben anzupassen", räumt Jens Brand ein. Dennoch ist der Chef von Built a rock zuversichtlich, da eine enge Zusammenarbeit mit Bauplanern und dem TÜV bestehe.

Das Projekt ist nur dann förderfähig, wenn die Ursprünge des originalen Wasserspielplatzes auch tatsächlich erhalten bleiben, so verlangt es die Stadt Cottbus. "Wir haben sogar überlegt noch das ein oder andere Holzteil zu retten", erzählt Jens Brand. Das sei allerdings kaum noch möglich, da einer der drei Holzkomplexe bereits abgerissen werden musste. Die deutlich hochwertigere Alternative zu Holz sei dagegen Beton. "Unsere Betonfelsen sind wartungsarm, langlebig und vandalensicher", verspricht das Unternehmen. Außerdem würde der natürliche Abenteuercharakter der Felsen dem neuen Wasserspielplatz einen ganz eigentümlichen Charme verleihen. In Verbindung mit den nachgebildeten regionalen Sehenswürdigkeiten würde auch den kleineren Kindern auf spielerische Art ein Heimatbewusstsein vermittelt werden, meint Jens Brand.

Zum Thema:
Derzeit haben 16 Cottbuser Unternehmer Spendengläser in ihren Geschäften aufgestellt, um Spenden zu sammeln. Unter anderem: Kundenzentrum Cottbus Verkehr, LWG Kundenzentrum, Café Heimelich, Haarstudio Veit, Biobäckerei Schmidt, Wild und Geflügel Lehmann, Caféhaus Methner. Weitere Gläser sind in der Stadt erwünscht. Informationen erhalten Spender und Unternehmer unter wasserspielplatz-cottbus.de