„Unser Konzept funktioniert unter Beibehaltung der Schule und der Mokkabar“ , sagt Gepro-Geschäftsführer René Becker. Ihm schwebt ein Einkaufszentrum mit maximal 15 000 Quadratmetern Verkaufsfläche vor. „Wahrscheinlich würden wir aber nur 12 000 Quadratmeter brauchen“ , so Becker. Sonst drohe die Gefahr, dass das Zentrum mit minderwertigen Angeboten gefüllt werde, die die Stadt nicht braucht und die die Kunden nicht wünschen. In die Schule sollen nach seiner Vorstellung niveauvolle Mode-Boutiquen sowie Gastronomie einziehen. Für die Mokka-Bar, die eigenständig bleibe, gebe es bereits eine ernsthaften Interessenten, eine große Bäckerei-Kette. Becker: „Eine offizielle Bewerbung mit unserem dänischen Partner Nordika wird folgen.“
Beckers Geschäftspartner Andreas Haas glaubt nicht, dass ihr Unternehmen zu spät kommt. Die Stadtverordneten hatten in der vergangenen Woche das europaweite Interessenbekundungs-Verfahren offiziell beendet und die Verwaltung beauftragt, mit dem einzig verbliebenen Investor GWB aus Hamburg Verhandlungen aufzunehmen (siehe Hintergrund/die RUNDSCHAU berichtete). Haas: „Wir hatten vom den Verfahren Kenntnis. Aber das frühere ECE-Projekt lag wahrscheinlich deutschlandweit bei allen Firmen auf dem Tisch. Da sagen wir, die sollen erstmal machen. In der Regel wird da viel Wind gemacht. Und dann kommen wir.“ Die Stadt, behauptet Becker, werde mit der GWB „nicht glücklicher“ .
In die Stadtpromenade gehöre ein Zentrum, das nicht von 20 Uhr bis 9 Uhr früh alles dicht mache. „Da muss das Leben weitergehen, ob durch ein Fitness-Studio oder durch Gastronomie.“
Auf dem Weg in die Innenstadt nehmen die Unternehmer aus Brieselang auch einem Umweg über Sachsendorf in Kauf Von der Treuhand Immobilen-Gesellschaft wurde das „Forum Sachsendorf“ gekauft. Nach Vermittlung durch die Cottbuser Makler Lutz Grützner und Carsten Münchow wurde die Gepro Bau auf den Sachsendorfer Standort aufmerksam. Jetzt sollen dort etwa fünf Millionen Euro investiert werden. Der alte Kaufhallen-Standort an der „Wanne“ soll durch Abriss (bereits ab März), Neu- und Umbau aufgewertet werden. Auf 4500 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen ein Lebensmittel-Discounter sowie weitere Geschäfte, darunter Drogerie, Bekleidung. „Die Angebote sollen die in der Gelsenkirchener Allee ergänzen“ , versichert Andreas Haas. Das künftige Stadtteilzentrum an der Straßenbahn-Haltestelle sei nahezu zu 100 Prozent vermietet. Die Eröffnung ist für Ende 2005 geplant. Danach habe die Gepro-Bau Interesse an der Stadtpromenade. Becker bekräftigt: „Unser eigentliches Ziel ist die Innenstadt.“

Hintergrund Verhandlungen mit GWB
 Noch in dieser Woche verhandelt die Stadt mit der Hamburger GWB-Gruppe über den Bau eines Einkaufszentrums in der Stadtpromenade. Die GWB will dabei die Verträge und Pläne übernehmen, die bereits durch den Investor ECE erarbeitet und von der Stadt genehmigt worden waren. Die GWB will 17 000 Quadratmeter Verkaufsfläche bauen, dabei aber Blechenschule und Mokka-Bar abreißen.
Gehen die Verhandlungen ohne Komplikationen über die Bühne und steht die Finanzierung, dann soll etwa zur Jahresmitte Baubeginn für das 80-Millionen-Euro-Projekt sein.