Bis kurz vor 20 Uhr feilten Investor und Bauauftragnehmer Dienstag an dem Vertrag. Weil die für diese Woche von der Stadt Cottbus zugesagte Baugenehmigung noch fehle, habe es etwas länger gedauert so Becker: „Wir mussten den Vertrag darauf abstimmen.“ Silke Voigt, bei Hochtief Construction für Marketing und Kommunikation zuständig, bestätigt der RUNDSCHAU: „Wir sind ein Team.“

Nur ein Flachbau kommt weg
Laut Becker soll der Abriss abgeschlossen sein, bevor die Galeria Kaufhof in das Weihnachtsgeschäft einsteigt. Abgerissen werde auch die Turnhalle der Blechenschulen und einer der Flachbauten. Die anderen stünden unter „Ensembleschutz.“ Dabei erwerbe Gepro Bau auch Flächen von der Treuhand Immobilien GmbH (TLG), nicht nur von der Stadt Cottbus. Für März 2008 sei die Eröffnung von 50 700 Quadratmeter Bruttogeschossfläche mit den Mietern C & A, MediMaxx und weiteren geplant.
Die Finanzierung des Carrés sei gesichert, sagt der Gepro-Geschäftsführer. Drei Großbanken habe der Investor für das Projekt erwärmen können. In diesen Tagen gebe es noch Treffen mit den Bankern. Im Grunde aber sei man handelseinig. Schließlich hätte Hochtief sonst wohl kaum unterschrieben, sagt Becker an die Adresse der Skeptiker.

Kritik an der Stadtverwaltung
Der Diplom-Ingenieur will in der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung eine regelrechte Blockade-Haltung festgestellt haben: „Wir wollen mit der Stadt so wenig wie möglich zu tun haben.“ Nur insoweit es der städtebauliche Vertrag vorsehe.
Der amtierende Rathaus-Chef Holger Kelch kann die Kritik nicht verstehen: „Unsere Verwaltung war sehr aktiv gewesen.“ Dass die Baugenehmigung bis Dienstag noch nicht vorgelegen habe, sei nicht die Schuld der Stadtverwaltung. Holger Kelch verweist auf die Denkmalschutzbehörde. Die habe Zeit gebraucht.Bis vor kurzem sei noch gar nicht klar gewesen, ob die Turnhalle überhaupt abgerissen werden dürfe.
Von der Vertragsunterzeichnung habe Kelch bisher nur durch die Medien gehört. „Das könnte der Durchbruch sein für den Bau des Carrés.“ Allerdings liege der Vertrag für den Verkauf der Fläche an die Gepro noch bei der Kommunalaufsicht in Potsdam.

Architekten-Wettbewerb
Der Investor, so Rene Becker weiter, werde sich nicht nur auf den Bau des Carl-Blechen-Carrés beschränken. Auch für die denkmalgeschützten Pavillons hinter dem Carré lasse sich der Investor etwas einfallen. „Das ist unser zweiter Bauabschnitt“ , kündigt der Geschäftsführer an. Ideen dafür, wie die Flachbauten gestaltet und genutzt werden könnten, sollen Architekten in einem städtebaulichen Wettbewerb liefern. „Den werden wir begrenzt ausschreiben“ , so Becker.

Hintergrund Platz für 60 Geschäfte
 Die Verkaufsfläche des Carl-Blechen-Carrés soll sich über 16 500 Quadratmeter erstrecken. Der Platz reicht für rund 60 Geschäfte, die 30 bis 1500 Quadratmeter Fläche einnehmen können. Die Gepro Bau mbH hat sich in Cottbus bereits durch das Forum Sachsendorf bekannt gemacht. Dort hat das Unternehmen ein Stadtteil- und Einkaufszentrum eröffnet.