Kurz vor Jahresende 2018 ist zwischen der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) und dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum ein Vertrag über archäologische Untersuchungen in den beiden Niederlausitzer Tagebauen Jänschwalde und Welzow-Süd für weitere fünf Jahre geschlossen worden. Wie die Cottbuser Unternehmenssprecherin Kathi Gerstner am Freitag informiert, wurde darin vereinbart, die Ausgrabung von Bodendenkmalen zur Sicherung und Bergung von Kulturgut fortzusetzen. Mit der Finanzierung und Unterstützung dieser Arbeiten kommt das Bergbauunternehmen seiner Verpflichtung nach dem Brandenburgischen Denkmalschutzgesetz nach.

Auf dieser Grundlage ist es für das Landesdenkmalamt möglich, die bisher erfolgreichen Arbeiten kontinuierlich fortzuführen. „Tagtäglich und ganzjährig sind in beiden Tagebauen bis zu 35 Mitarbeiter für den Bodendenkmalschutz tätig. Die großflächigen Untersuchungen ermöglichen es uns, in der Art eines XXL-Puzzles landesarchäologisch wichtige Themen, wie bronzezeitliche Siedlungsräume, Straßenforschung oder frühe Flurgliederung, zu bearbeiten“, so Dr. Eberhard Bönisch, Referatsleiter Braunkohlenarchäologie beim Brandenburgischen Landesamt.

„Wir schätzen die Bedeutung der archäologischen Untersuchungen für die Aufarbeitung unserer Kultur und Geschichte hoch ein. Mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln führen wir die erfolgreiche Zusammenarbeit und Unterstützung fort. Die Leag bleibt für die brandenburgischen Archäologen ein verlässlicher Partner“, versichert Thomas Penk, Leiter Rekultivierung und Umsiedlungsmanagement der Leag.

Ein Schwerpunkt-Denkmal bleibt die Zuckerstraße (Niederstraße) im Tagebau Welzow-Süd. Was heute ein unauffälliger sandiger Waldweg ist, war im Mittelalter eine bedeutende Handelsstraße zwischen Mitteldeutschland und Schlesien, die im Territorium auf einer bis zu 500 Meter breiten Trasse immer wieder verlegt wurde.

Der Höhepunkt der vergangenen Jahre, die Jagd- und Schlachtplätze aus der Zeit des Neandertalers vor 128 000 Jahren, haben den Fundplatz Tagebau Jänschwalde berühmt gemacht. Im Vorfeld des Tagebaus Jänschwalde werden in nächster Zeit mittelalterliche Felder untersucht. Innerhalb verschiedener Grießener Ackerschläge haben sich Anhaltspunkte für eine noch ältere Flurgliederung ergeben, denen die Wissenschaftler nachgehen wollen. Auch wollen sich die Archäologen weiterhin mit den Holzkohlenmeilern, Objekte der vorindustriellen Energieerzeugung, beschäftigen. Ein Forschungsprojekt gemeinsam mit der BTU Cottbus-Senftenberg soll Fragen nach dem Zeitraum der Köhlerei, dem Holzbedarf und den Abnehmern der Holzkohle nachgehen.