Ingrid Schütze, Leiterin des Veterinäramts, bei Vorlage des Tierschutzberichts 2005. Zu den gravierenden Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gehörte zum Beispiel die Haltung eines Hundes, der ständig an einer ein Meter kurzen Leine angebunden war, keinen Schutz vor der Sonne hatte und seinen Wassernapf nicht erreichte. Ein junger Mann, der zur Bundeswehr musste, ließ seinen Hund am Heizkörper angebunden in der Wohnung zurück. Dr. Schütze: „Im Umgang mit Tieren wissen Menschen oft sehr wenig. Mitunter müssen wir uns den Mund fusselig reden. Manche Leute sind empört, wenn wir ihnen vorschlagen, mit ihrem Hund eine Hundeschule zu besuchen. Aber einige rufen dann auch hinterher an und bedanken sich für den guten Ratschlag.“
Beschwerden über Tierhalter in Cottbus haben 2005 gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen. Beim Veterinäramt gingen 140 Bürger-Klagen ein. 2004 waren es noch 92 gewesen. Doch nach den Worten von Amtstierärztin Dr. Ingrid Schütze lagen diesen Beschwerden nur wenige schwere Tierschutzverstöße zu Grunde. Meist waren es Bagatellen, mitunter wurden auch gar keine Mängel bei der Tierhaltung festgestellt. Die Leiterin des Veterinäramts geht davon aus, dass in solchen Fällen eher Nachbarschaftsstreitigkeiten Hintergrund der Beschwerde waren.
Zwei Besonderheiten führten in Cottbus gelegentlich zu Beschwerden: zum einen die Tauben, zum anderen die 117 Katzenfutterstellen im Stadtgebiet. Für die Tauben in der Innenstadt wurde nach den Worten der Amtstierärztin eine Lösung gefunden. Durch Fütterung der Vögel in einem Taubenschlag auf der Oberkirche durch Ehrenamtliche hätten sich die Tauben aus anderen Bereichen der Innenstadt zurückgezogen und stellten kein Problem mehr dar. Bei den 117 Katzenfutterstellen im Stadtgebiet handelt es sich um Standorte, wo herrenlose Haustiere vom Tierschutzverein gefüttert werden.
Weitere statistische Daten zum Tierschutz aus dem Jahresbericht 2005:
Zur Tierseuchenprophylaxe wurden 79 Kontrollen in 556 Nutztierhaltungen durchgeführt, außerdem 31 Kontrollen zur Überwachung von Veranstaltungen mit Tieren, darunter vier Zirkusse.
Bei 17 Laboruntersuchungen erlegter Füchse wurden keine Tollwuterreger festgestellt. Cottbus gilt seit 2001 als tollwutfrei.
Das Cottbuser Veterinäramt beschäftigte sich mit 22 Bissverletzungen durch Hunde. Zehnmal wurden Menschen angegriffen. (ka)