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Neustart nach der Feuer-Katastrophe

So sah die Ruine nach dem verheerenden Brand vor gut drei Jahren aus.
So sah die Ruine nach dem verheerenden Brand vor gut drei Jahren aus. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. 24 Stunden wütete das Feuer. Die komplette Lagerhalle in der Parzellenstraße wurde bis auf die Grundmauern vernichtet. Das ist jetzt gut drei Jahre her. Am Samstag präsentieren sich die neuen Mieter in dem wiederaufgebauten Gebäude – das Fitnessstudio Medifit und das Tanzstudio Kara – der Öffentlichkeit. Sven Hering

Mit leuchtenden Augen steht Daniel Kara in dem lichtdurchfluteten Ballsaal. Mehr als 500 Quadratmeter ist dieser groß. Und für den Chef des gleichnamigen Tanzstudios das Schmuckstück schlechthin im neuen Domizil. Kara war bisher mit seinen Angeboten auf mehrere Standorte in der Stadt verteilt. Jetzt kann er alles in der Parzellenstraße konzentrieren. "Es ergeben sich völlig neue Möglichkeiten, ich bin glücklich, dass das geklappt hat", sagt er. Eine Akustikdecke ist eingezogen worden, moderne Kronleuchter sorgen für die passende Atmosphäre. Doch vor allem die alten Backsteinmauern, aufwendig aufgearbeitet, haben es ihm angetan. "Neubauten haben einfach nicht diesen Charme."

Bei Karas Nachbarn wird derweil schon ordentlich geschwitzt. Thomas Krokor hat sich mit seinem Medifit-Sportstudio erweitert. "Die neuen Räume sind ideal für unsere Kurse", sagt Cheftrainer Maurice Ehmke. 750 Quadratmeter stehen zur Verfügung. Es gibt einen großen Trainingsraum, dazu moderne Sanitäreinrichtungen, großzügige Umkleiden. Der Rehasport kann jetzt deutlich ausgeweitet werden. Außerdem bekommt der Medifit-Verein eigene Räume zum Trainieren. Physiotherapeutische Angebote sind auf 200 Quadratmetern Fläche ebenso integriert. "Planer und Baufirmen haben sehr gute Arbeit geleistet", lobt der Medifit-Cheftrainer.

Drei Millionen Euro haben die Eigentümerbrüder Hanns und Klaus Kisters aus Aachen ins Cottbuser Familienerbe investiert. In einem Wettbewerb hatte sich der Cottbuser Architekt Fred Wanta gegen seine Mitbewerber durchgesetzt. Der Investor, so erzählt Wanta, wollte ursprünglich eine leichte Industriehalle errichten. "Wir haben uns dann noch einmal die Bausubstanz genau angeschaut und konnten den Auftraggeber davon überzeugen, das noch vorhandene Mauerwerk zu integrieren", so Wanta. Durch lastverteilende Balken sei es gelungen, ohne zusätzliche Pfeiler auszukommen. Wanta: "Statisch war das nicht ganz einfach, aber Voraussetzung für das Tanzstudio." Die zusätzlichen Investitionen haben sich gelohnt. Das sagen alle Beteiligten. "Das Gebäude versprüht einen ganz besonderen Charme, die alten Wände erzählen eine Geschichte", betont Wanta. Selbst Spuren des verheerenden Feuers sind noch zu sehen.