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Neuhausener Flieger
Ab jetzt wird in Bronkow gestartet

Der Abschied fällt in Neuhausen schwer.
Der Abschied fällt in Neuhausen schwer. FOTO: Bernd Weinreich
Cottbus. Neuhausener Luftsportler räumen Verkehrslandeplatz.

 Nach jahrelangem Kampf um den Erhalt des traditionsreichen Luftsportvereins Neuhausen e.V. haben die Mitglieder jetzt den dortigen Verkehrslandeplatz beräumt und sich dem Fliegerclub Bronkow e.V. angeschlossen. Die finanziellen Forderungen des Flugplatzeigentümers konnte der Verein nicht eingehen. Jetzt gibt es im Cottbuser Raum aber auch keine Ausbildungsmöglichkeiten für Luftfahrzeugführer mehr. Es war deutlich zu spüren, dass ein Hauch Wehmut über den letzten Stunden lag, als sich eine Vielzahl der Vereinsmitglieder am Sonnabend zum Beräumen der Segelflughalle noch einmal auf dem Flugplatz Neuhausen traf. Der Vereinsvorsitzende Jürgen Bedrich resümiert die letzten Jahre so: „Wir haben uns seit 2010 bemüht, mit dem Eigentümer des Geländes eine Einigung über den eigentlich noch bis 2025 weiterlaufenden Nutzungsvertrag zu finden. Die sprunghafte Erhöhung um mehr als das 22-fache der bisherigen Kosten konnte und wollte unser kleiner Verein nicht stemmen.“

 Der Fliegerclub Neuhausen e.V. wurde 1990 nach Auflösung der GST (Gesellschaft für Sport und Technik der DDR) gegründet und hat fast 50 Mitglieder. Seitdem sind die Piloten bei allen großen nationalen und internationalen Wettbewerben und Meisterschaften sehr erfolgreich. Die derzeitige Segelflieger-Weltmeisterin der Klasse Standard Libelle, Sabrina Vogt, kommt ebenso aus dem Neuhausener Luftsportverein wie Thomas Kirchner, Silbermedaillengewinner im Rallye-Flug. Wie viele Piloten, die heute mit großem Engagement ihrem Hobby nachgehen, hat auch Hartmut Göbel hier das Fliegen gelernt und seit 1973 über 5000Starts mit mehr als 3500 Flugstunden in seinem Logbuch zu verzeichnen. „Jetzt“, so das langjährige Clubmitglied, „haben junge Menschen, unser Nachwuchs, um Cottbus herum keine Ausbildungsmöglichkeiten mehr. Das wird sich auf den fliegerischen Nachwuchs negativ auswirken.“ Ronalf Gottscheck, seit 1988 Mitglied, ergänzt: „Neuhausen war für mich fast 30Jahre Heimat und ans Herz gewachsen. Als Segelflieger kennt man seine Region wohl am besten.“

 Jürgen Bedrich ist momentan mit der Liquidation des Vereins beschäftigt. Bereits 2014 hat er Kontakt zum Fliegerclub Bronkow e.V. geknüpft. „Wir sind da mit großem Entgegenkommen aufgenommen worden, so, wie das unter Fliegern auch üblich ist. Jetzt gilt es, sich gut dort einzufinden und gemeinsam unser Hobby weiter zu pflegen. Mit der Fusion sind wir dann etwa 90 Mitglieder im Bronkower Club, unsere neue Segelfliegerhalle wird derzeit bezogen und ganz unbekannt sind wir ja nicht, da wir schon auf viele gemeinsame Treffen und Aktivitäten zurückblicken können.“ Trotzdem: Nach einer so langen Geschichte des Luftsportvereins Neuhausen fällt der Abschied schwer.