ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 00:00 Uhr

Neuhausener Flugplatz begann mit der Yak 18

Neuhausen.. Ehre, wem Ehre gebührt: Wenn heute auf dem Verkehrslandeplatz Neuhausen Tausende Flugbewegungen im Jahr registriert werden, Segelflieger mit sportlichen Piloten starten und landen und Springer an ihren bunten Schirmen zur Erde gleiten, dann liegt die Geburtsstunde dieses luftigen Treibens Hajo Schulze

südlich von Cottbus nunmehr 53 Jahre zurück. Fritz Rothmann, erster Leiter des Flugstützpunktes, kennt die ereignisreiche Chronik.
Die erste Veranstaltung wurde am 12. Juli 1953 verzeichnet. Es waren die Bezirksmeisterschaften im Flugmodellsport, die 2000 Zuschauer verfolgten. Die Teilnehmer stellten 65 Modelle vor. Eine Woche später dann begann der erste Flugbetrieb, erinnert sich Rothmann. „Der Schulgleiter SG 38 wurde mit der Winde in die Höhe geschleppt.“ Dann folgten die Ereignisse Schlag auf Schlag. Rothmann organisierte den ersten Ausbildungslehrgang. Einer seiner Schüler, Walter Stiller, galt als Fallschirmspezialist und begann 1956 die Neuhausener Sprungausbildung.
1956 galt ohnehin als ein markantes Datum in der Geschichte des Neuhausener Platzes. Die Yak 18 hielt als erstes Motorflugzeug Einzug. Die GST bildete mit den Maschinen Zlin 126 und Zlin 226 Piloten für die NVA aus. Mit Iris Wittig kam die erste MIG-Pilotin der DDR als Ausbilderin nach Neuhausen.
In den Sechziger Jahren begann die Vorliebe für den Motorkunstflug zu blühen. Heinz Richter, Erwin Bläske, Peter Kahle und Manfred Jurk waren die ersten Protagonisten dieses atemberaubenden Sports. In Neuhausen stand die DDR-Schmiede für die zur Weltspitze gehörenden Kunstflieger. Ein Höhepunkt in der Erfolgskette waren die 1968 in Magdeburg ausgetragenen Weltmeisterschaften. Erwin Bläske aus Roggosen wurde in der Elbestadt Weltchampion in der Einzeldisziplin. Er, Peter Kahle und der Leipziger Dieter Kapphahn sicherten für die DDR den WM-Mannschaftstitel.
In Europa wohl einmalig: der Spiegelflug mit Heinz Richter und Erwin Bläske bei fünf Metern Differenz. Manfred Jurk wurde dann in späteren Jahren noch zweimal DDR-Meister.
Später kamen Präzisionsflieger hinzu, wie beispielsweise international bekannte Piloten Andreas Marko aus Weißwasser, Dr. Jürgen Schur und andere.
Aber schon vor dem Start auf dem heutigen Verkehrslandeplatz dienten die Felder des Rittergutes Neuhausen vom Baron von Heinitz den Segelfliegern als Übungsgelände. Heute sind in Neuhausen vier verschiedene Flugsportvereine angesiedelt.