Ob die Detonation der Riegelminen aus dem Zweiten Weltkrieg im vergangenen Winter Spuren am alten Wehr hinterließen? Rainer Schloddarick, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Oberland Calau, winkt ab. "Bei der ingenieurtechnischen Bewertung hatte das Wehr nur noch eine Fünf bekommen. Es war in einem so baufälligen Zustand, dass wir nach Detonationsschäden nicht mehr gesucht haben", sagt er. Geplant war die Sanierung seit Jahren. Als nun das Geld kam, konnte der Verband sofort mit der Ausschreibung beginnen. Die Spree ist ein Vorranggewässer, der Wasser- und Bodenverband ist der Dienstleister des Landesumweltamtes.

Die alte abgerissene Anlage soll aus dem Jahr 1935 stammen. Nach dem Kampfmittelbeseitigungsdienst kamen die Archäologen und legten die Fundamente der alten großen Mühle frei.

Das neue Wehr, das wenigstens 80 Jahre halten muss, soll mit dem Umflutwehr Wassermassen von 150 Kubikmetern pro Sekunde bewältigen - wobei der Umfluter 45 Kubikmeter stemmen und das Wehr 105 Kubikme ter schaffen wird. Stahlspundwände befestigen das Ufer am Wehr. "Damit die Häuser im Umfeld keinen Schaden nehmen, dürfen sie nicht in die Erde gerammt werden, sondern sie werden in den Boden gepresst", erklärt Schloddarick.

Die Bauarbeiter sind auf eine Winterbaustelle eingerichtet. Im Juni 2013 soll das neue Wehr nach den jetzigen Plänen in Betrieb gehen. Und auch das private Wasserkraftwerk im Oberwasser vorm Wehr kann dann wieder Strom produzieren. An die Fische werde auch gedacht, versichert Rainer Schloddarick: "Am neuen Wehr und am Umfluter, den wir in den nächsten Jahren auch erneuern müssen, werden Fischtreppen den 46 Fischarten, die hier eine Rolle spielen, ein Durchkommen sichern."