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| 14:48 Uhr

Stadtentwicklung
Neugier auf das Wohnen in der City

Rund 500 Teilnehmer der 15. Modellstadterkundung genießen bei schönstem Sommerwetter die kulturellen Leckerbissen des Abends. Vor dem Staatstheater gibt die Kolkwitzer Funkengarde alles.
Rund 500 Teilnehmer der 15. Modellstadterkundung genießen bei schönstem Sommerwetter die kulturellen Leckerbissen des Abends. Vor dem Staatstheater gibt die Kolkwitzer Funkengarde alles. FOTO: Michael Helbig
Cottbus . Rund 500 Cottbuser blickten bei der 15. Modellstadterkundung hinter die Kulissen von Neubauten und Sanierungsobjekten. Von Andrea Hilscher

Cottbus Profis in Sachen Modellstadterkundung sind vorbereitet: Schon lange vor Eröffnung der Traditionsveranstaltung sammeln sie sich, reservieren Sitzplätze und sondieren das Terrain. In diesem Jahr aber mussten selbst die gewieftesten Rundgang-Teilnehmer anstehen, so groß war das Gedränge vor den neuen Wohnungen auf dem Areal des ehemaligen Gaswerkes. Musterwohnungen in verschiedenen Etagen standen zur Besichtigung, seit wenigen Tagen ist das Objekt an der August-Bebel-Straße/Lausitzer Straße in der Vermarktung. Wegen der Belastung mit Schadstoffen gehörte das Areal lange zu den Sorgenkindern der Stadtentwickler. Vor drei Jahren konnte es für 1,3 Millionen Euro saniert werden. Jetzt entstehen hier 80 Miet- und Eigentumswohnungen, ein Supermarkt, ein Spielplatz.

Auf dem Gelände des früheren Gaswerkes spielt die Band Kula Bula Swing und sorbische Musik.
Auf dem Gelände des früheren Gaswerkes spielt die Band Kula Bula Swing und sorbische Musik. FOTO: Michael Helbig

Nur ein Beispiel für das erfolgreiche Konzept der Modellstadtentwicklung: mit öffentlichem Geld städtische Flächen und Gebäude so attraktiv gestalten, dass private Investsoren nachziehen. Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) ist stolz darauf, dass im Cottbuser Sanierungsgebiet – mit 125 Hek­tar eines der größten in Deutschland – seit 1992 rund 84 Millionen Euro investiert wurden. Marietta  Tzscho­ppe: „Wir haben viel geschafft, nur einige kleinere Bereiche müssen noch saniert werden.“  Stadtpromenade und Oberkirchplatz, Busbahnhof und Freiheitsstraße heißen nur einige der offenen Baustellen. Die Mühe mit der Innenstadtsanierung scheint sich zu lohnen: Seit 1992 verzeichnet der Stadtteil Mitte ein Zuzugsplus von 32 Prozent.

Die Wohnsituation in der Innenstadt war Thema der diesjährigen Modellstadterkundung und zog Miet- und Kaufinteressenten an.
Die Wohnsituation in der Innenstadt war Thema der diesjährigen Modellstadterkundung und zog Miet- und Kaufinteressenten an. FOTO: Michael Helbig

„Wenn wir tatsächlich das zweite Gleis nach Berlin bekommen, können wir sogar den Wohnungsmarkt in Berlin und Potsdam entlasten“, so die Bürgermeisterin. Schneller als eine Realisierung des Gleises scheint aber eine neue Nutzung der früheren Kunstsammlungen. „Wir haben jetzt hoffentlich einen Käufer gefunden.“

Traditionell begleiten die Saspower Dixieland Stompers die Besucher auf ihrem abendlichen Spaziergang durch die Innenstadt.
Traditionell begleiten die Saspower Dixieland Stompers die Besucher auf ihrem abendlichen Spaziergang durch die Innenstadt. FOTO: Michael Helbig

Die Stadtrundgänger konnten am Donnerstag viele weitere Beispiele für Innenstadtverdichtung und Sanierung erkunden. Auf dem historischen Meldeareal genossen sie das fast mediterrane Flair zwischen alten Backsteinmauern, modernen Stadtvillen und idyllischen Gartenflächen. Joachim Käks stellte das Gelände für den Bauträger Bautec vor. „In einem Jahr soll alles fertig sein, aber schon jetzt sieht man, wie schön es ist.“

In der Karl-Liebknecht- und der Schillerstraße präsentierte GWC-Chef Dr. Torsten Kunze Häuser aus der Gründerzeit und dem Jugendstil, die von der Wohnungsbaugesellschaft saniert wurden – detailverliebt und denkmalgetreu. Nach Besichtigung der Wohnstandorte an Berliner und Wernerstraße konnten die Teilnehmer dann beim Abschiedsimbiss heiß diskutieren, wo es sich am schönsten Leben lässt in Cottbus.