ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:20 Uhr

Cottbus
Bahnhof oder nicht Bahnhof?

Auch die Straßenbahnlinie 3 soll nach bisherigen Aussagen künftig über den Bahnhof fahren. Doch nicht alle Madlower halten viel davon.
Auch die Straßenbahnlinie 3 soll nach bisherigen Aussagen künftig über den Bahnhof fahren. Doch nicht alle Madlower halten viel davon. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Mit der Fertigstellung des zentralen Verkehrsknotens soll auch das Straßenbahnnetz angepasst werden. An den aktuellen Plänen gibt es vor allem aus Madlow Kritik. Von Peggy Kompalla

Mit dem Umbau des Cottbuser Bahnhofs zu einem zentralen Verkehrsknoten sollen künftig alle Straßenbahnlinien über den Bahnhof fahren. Das ist der erklärte politische Wille. Die Verkehrsplaner brüten deshalb über dem künftigen Straßenbahnnetz. Cottbusverkehr legt nun zwei Varianten vor und eröffnet damit die Debatte. Denn eine davon folgt den Vorgaben nicht. Das dürfte besonders gut in Madlow ankommen.

Angelika Stuht ist irritiert. „Warum sollte die Drei über den Bahnhof fahren?“, fragt sie. Dem Satz schiebt sie gleich selbstbewusst hinterher. „Die Drei von Madlow nach Ströbitz ist eine Traditionslinie. Das sollte man nicht verändern.“ Zudem würde die Tour über den Bahnhof die Fahrzeit in die Innenstadt unnötig verlängern, findet sie. Es gebe genügend andere Möglichkeiten, um von Madlow zum Bahnhof zu gelangen. „Außerdem reicht es doch, wenn drei Linien über den Bahnhof fahren.“

Tim Krings ist bei Cottbusverkehr verantwortlich für den Geschäftsbereich Verkehr und damit auch für das Straßenbahnnetz. Er erklärt: „Wir haben mit vier Straßenbahnlinien geplant und unsere Ideen zu Netz und Taktung in etwa zehn Entwürfen formuliert.“ Zwei seien schließlich übrig geblieben, die nun debattiert werden müssen. Krings selbst hält sich zurück. „Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.“

In Variante eins fahren alle vier Linien über den Bahnhof. Dabei wäre die Linie 2 von Madlow über den Bahnhof nach Sandow unterwegs. Die Linie 3 würde Ströbitz über die Stadtpromenade und den Bahnhof mit der Jessener Straße verbinden. Beide Linien wären im 15-Minuten-Takt unterwegs. „Der Vorteil dieser Variante ist nicht nur, dass alle Linien den Bahnhof anfahren. Es würde zudem jeder Ast nur mit einer Linie befahren werden“, erklärt der Verkehrsplaner. Problematisch sei allerdings aus unternehmerischer Sicht, dass sich dabei die Wendezeiten verringern. „Die sind nicht nur als Pausenzeiten für die Fahrer wichtig, sondern vor allem als Puffer, um Verspätungen aufzuholen und in den Takt zu kommen.“

In der Variante zwei würde die Linie 2 von Sandow zur Jessener Straße fahren und die Linie 3 wie gewohnt Ströbitz und Madlow verbinden – ohne Stopp am Bahnhof. Beide Linien wären ebenfalls alle Viertelstunde unterwegs. „In der Variante kommen die Madlower direkt in die Innenstadt, und die Wendezeiten würden sich verlängern“, sagt Tim Krings. Er ergänzt: „Die Regionalbusse steuern künftig alle den Bahnhof an, weil dorthin der Busbahnhof verlegt wird.“ Die Madlower kämen also auch mit dem Bus direkt zum Bahnhof.

Cottbusverkehrsprecher Robert Fischer ergänzt: „Im nächsten Jahr soll die Umsteige-Anlage in Madlow gebaut werden.“ Der Bau hat sich durch das lange Planfeststellungsverfahren immer wieder verschoben. Die neue Anlage sieht vor, dass die Bus- und Straßenbahnhaltestellen zusammengelegt werden, sodass Fahrgäste keine langen Wege mehr haben.

Tatsächlich ist der verbesserte Umstieg in Madlow für Sabine Vater deutlich wichtiger, als die altgewohnte Linie 3. „Es wäre gut, wenn man den Bus ohne große Rennerei erreichen kann“, sagt sie. Oft genug habe sie ihren Anschluss verpasst. „Auf eine längere Fahrt in die Innenstadt kann man sich einstellen.“