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| 15:57 Uhr

Neues Projekt in Cottbus
Hausbesitzer lassen Graffitikünstler an ihre Fassade

 Schwindelfrei sollten die Sprayer schon sein: Die Fassade an dem Haus in der Parzellenstraße 79 wird mit Graffiti verschönert. 
Schwindelfrei sollten die Sprayer schon sein: Die Fassade an dem Haus in der Parzellenstraße 79 wird mit Graffiti verschönert.  FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Das Wohnprojekt in der Parzellenstraße strahlt jetzt in Magenta und Silber.

Man muss schon schwindelfrei sein, wenn man das Baugerüst am Haus in der Parzellenstraße 79 bis in den fünften Stock hinaufklettern will. Acht Sprayer aus Cottbus und der Region haben sich jetzt trotzdem an das Projekt herangetastet: Die neuen Besitzer des alternativen Wohnprojektes hatten sie gebeten, ihre Fassade zu verschönern. Mirjam Lüder, Streetworkerin der Jugendhilfe, hatte den Kontakt vermittelt. „Wir arbeiten schon lange mit den Leuten vom Wohnprojekt zusammen und fanden es klasse, dass sie eine so große Wand für ein Graffiti-Kunstwerk zur Verfügung stellen.“

In der Wahl ihrer Motive waren die Sprayer völlig frei, nur ein Farbkonzept zwischen Magenta, Silber und Grau war vorgegeben. „Und natürlich sollte es keine rassistischen oder irgendwie nationalistischen Inhalte geben“, sagt Mirjam Lüder.

Die Sprayer, die sie aus ihrer Arbeit kennt, haben sich – je nach Höhenangst – auf die unterschiedlichen Stockwerke verteilt und dort über mehrere Stunden hinweg gearbeitet. Das Ergebnis ist weithin sichtbar, die Fassade des Hauses ist vom Stadtring aus zu sehen.

„Wir wissen allerdings noch nicht, wann das Baugerüst abmontiert wird“, sagt einer der neuen Hausbesitzer. Er und seine Mitstreiter hatten das heruntergekommene Mietshaus von der GWC gekauft und sanieren es jetzt. Sie haben sich mit dem bundesweit aktiven Mietshäuser-Syndikat vernetzt, das alternative Wohnprojekte unterstützt und so ein Zeichen gegen zunehmenden Mietwucher setzen will.

 Das Farbkonzept war vorgegeben, die Motive konnten die Sprayer selbst auswählen.
Das Farbkonzept war vorgegeben, die Motive konnten die Sprayer selbst auswählen. FOTO: LR / Hilscher Andrea
(hil)