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Parkraumkonzept für Spremberger Vorstadt
Zwischen Hauptbahnhof und CTK ist Ende der Parkplatznot in Sicht

In der Senftenberger Straße ist das Problem besonders groß. Der Grund: Die 230 Anwohner verfügen über 110 Kraftfahrzeuge. Es stehen aber nur 45 Stellplätze zur Verfügung.
In der Senftenberger Straße ist das Problem besonders groß. Der Grund: Die 230 Anwohner verfügen über 110 Kraftfahrzeuge. Es stehen aber nur 45 Stellplätze zur Verfügung. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Die Stadtverwaltung hat ein neues Parkraumkonzept für die Spremberger Vorstadt vorgestellt.

Finde ich heute einen Parkplatz? Diese bange Frage vieler Bewohner des Quartiers westlich der Thiemstraße zwischen Vetschauer und Leipziger soll noch in diesem Jahr verstummen. Die Stadt plant hier die Schaffung einer Bewohnerparkzone, die auch die Interessen von Besuchern berücksichtigt. Vorgesehen sind neben Bereichen für das Parken mit Parkscheibe oder Parkschein Parkflächen ausschließlich für Anwohner.

„Im Dezember sollen Verkehrszeichen und Parkscheinautomaten aufgestellt werden“, informiert Manuel Helbig, Leiter der Cottbuser Straßenverkehrsbehörde. Vorausgegangen waren aufwändige Analysen und Abstimmungen, in die die Polizeidirektion Süd, der Bürgerverein Spremberger Vorstadt, die Vermieter sowie das Carl-Thiem-Klinikum (CTK) einbezogen waren. Die Bewohner des Gebiets, das sich durch dichte Wohnbebauung auszeichnet, hatten wegen der Nähe zum Bahnhof und zum CTK jahrelang unter einem wahren Ansturm von Fahrzeugen aus dem Umland gelitten.

Bürgervereinsvorsitzende Doris Münch schildert das Problem so: „Seit sich der Haupteingang des CTK an der Leipziger Straße befindet, hat sich die Situation weiter zugespitzt. Betroffen sind vor allem die Senftenberger, die Räschener, die Finsterwalder und die Leipziger Straße. Besonders extrem ist es am Wochenende. Da sollte man als Anwohner am besten nicht wegfahren.“

Mit der jetzt von der Verwaltung vorgelegten Lösung können die Anwohner zufrieden sein, schätzt Doris Münch ein. „Es sind genügend Parkplätze da – im Parkhaus und auf der Fläche.“ Auch hielten sich die Gebühren in einem erträglichen Rahmen. Dass Besucherparkplätze in der Leipziger Straße künftig gebührenpflichtig sind, dürfte die Motivation stärken, das neue CTK-Parkhaus zu nutzen.

„Gerade in der Bauphase des Parkhauses war die Parksituation vor dem neuen Haupteingang unbefriedigend und führte zu vielen Wildparkern“, räumt CTK-Sprecherin Susann Winter ein. „Das hat sich mit dem neuen Parkhaus erledigt, weil man die ersten 30 Minuten ja kostenlos parkt – ideal also, wenn man nur schnell etwas erledigen oder abgeben möchte.“ Die Auslastung des Parkhauses liege derzeit noch unter 50 Prozent. „Wir haben aber festgestellt, dass gerade ältere Leute sich nicht ins Parkhaus trauen. Da müssen wir wohl noch etwas Aufklärungsarbeit leisten, denn im Gegensatz zu anderen Parkhäusern ist unseres weder eng noch unübersichtlich oder umständlich in der Benutzung“, so die Pressesprecherin.

Die Anwohner sollen in den nächsten Tagen einen Flyer mit allen wichtigen Informationen zum Parkraumkonzept erhalten, sagt Manuel Helbig. Zudem hat die Verwaltung gestern eine Übersichtskarte über die verschiedenen Parkzonen online gestellt. Sie ist abrufbar unter

www.cottbus.de/.files/storage/aa/aa/vl/Karte_2017_10_Bewohnerparken_Neuordnung.pdf.

Mit Aufstellung der Verkehrszeichen und Parkscheinautomaten gilt die neue Regelung. Vorgesehen ist Folgendes:

Kombiniertes Bewohner- und Besucherparken mit Parkscheibe in der Finsterwalder, Friedrich-List-, Welzower, Senftenberger sowie in der östlichen Calauer Straße;

Ausschließliches Bewohnerparken in der Räschener, Greifenhainer und der westlichen Calauer Straße;

Gebührenpflichtiges Zeitparken in der Leipziger Straße. Eine Stunde kostet hier 50 Cent und ist damit nur halb so teuer wie in der Innenstadt.

Bewohnerparkkarten gelten für das gesamte Areal. Es gibt sie ab sofort zum Preis von 15,35 Euro für sechs Monate, 30,70 Euro für ein Jahr und 55 Euro für zwei Jahre bei der Straßenverkehrsbehörde, Karl-Marx-Straße 69, sowie im

Stadtbüro City, Karl-Marx-Straße 67.