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| 18:46 Uhr

Drebkau
Neues Kapitel im SPN-Schulstreit

Den Plänen des Drebkauer Stadtrats zufolge sollen an der Schiebell-Grundschule bald auch höhere Klassen unterrichtet werden.
Den Plänen des Drebkauer Stadtrats zufolge sollen an der Schiebell-Grundschule bald auch höhere Klassen unterrichtet werden. FOTO: Daniel Schauff / LR
Drebkau. Drebkau beschließt die Gründung eines Schulzentrums – und konkurriert jetzt mit Kolkwitz. Von Daniel Schauff

Viel deutlicher geht es nicht – fast einstimmig haben die Drebkauer Stadtverordneten am Dienstagabend der Gründung eines Schulzentrums in der Stadt zugestimmt. Kurz davor hatten sie einen Beschluss aus 2015 aufgehoben, mit dem sie ihren Willen zur Gründung eines Schulverbundes zwischen Burg, Kolkwitz und Drebkau bekundet hatten – heißt: die Drebkauer Unterstützung für die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in Kolkwitz ist passé.

Stattdessen will Drebkau die neue Schule im südwestlichen Spree-Neiße-Kreis in die eigene Stadt holen. Zum Schuljahr 2019/20 sollen am jetzigen Standort der Schiebell-Grundschule in der General-von-Schiebell-Straße die ersten neuen Siebtklässler unterrichtet werden. Die Chancen, das hatte Bürgermeister Dietmar Horke (parteilos) bereits vor einigen Wochen gesagt, seien seiner Ansicht nach gut. Eine Drebkauer Schule würde auch die Situation für Kinder aus Welzow oder Neuhausen/Spree entspannen. Am Dienstag bekräftigte er: Eine Gesamtschule in Kolkwitz scheine seiner Ansicht nach nicht genehmigungsfähig.

Die Drebkauer Pläne allerdings stoßen beim Landkreis auf wenig Begeisterung – das hatte Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) in der jüngsten Sitzung des Kreisbildungsausschusses bekräftigt. Der Grund: Nach wie vor gibt es einen Kreistagsbeschluss, der eine neue Schule in Kolkwitz vorsieht. Die Drebkauer Schulpläne seien im Kreistag hingegen nicht besprochen worden.

Der Stadtverordnete Rüdiger Krause (CDU), gleichzeitig Mitglied im Kreis-Bildungsausschuss, warb dafür, auf den Landkreis zuzugehen. Er halte die Unterstützung auf Kreisebene für „zwingend erforderlich“, machte aber auch deutlich: Er stehe voll und ganz hinter den Drebkauer Schulplänen.

Ein qualifizierter Antrag soll Horke zufolge bis Mitte März ans Bildungsministerium gehen – Landrat Altekrüger hatte derweil angekündigt, den im Dezember 2017 abgelehnten Antrag für die Kolkwitzer Schule weiter qualifizieren zu wollen. Ein kategorisches Nein zu Kolkwitz als neuen Schulstandort sei die Ablehnung des Antrags für das Schuljahr 2018/19 nicht gewesen, hatte Ministeriumssprecher Ralph Kotsch auf RUNDSCHAU-Nachfrage bekräftigt. Dennoch: Eine mögliche Bedrohung durch eine Kolkwitzer Schule für die Schulstandorte Vetschau und Burg ist nicht vom Tisch. Fritz Handrow (CDU), Noch-Bürgermeister in Kolkwitz, war am Donnerstag während seiner Verabschiedung noch einmal auf den Schulstreit eingegangen. Eine Bedrohung durch Kolkwitz für Vetschau könne er nicht nachvollziehen, auch die weiteren Gründe für die Ablehnung, eine zu kleine Sporthalle etwa oder zu hohe Baukosten, seien bestenfalls Behauptungen.

Klar ist: Nur mit Genehmigung des Ministeriums wird es eine neue weiterführende Schule im südwestlichen Spree-Neiße geben. Dort liegen demnächst allerdings voraussichtlich gleich zwei konkurrierende Anträge aus zwei Orten vor.