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| 20:59 Uhr

Cottbus
Schmellwitz wird grünes Labor

Das Luftbild von Neu-Schmellwitz zeigt, wie grün der Stadtteil von Cottbus ist. Durch den Abriss der vergangenen Jahrzehnte sind viele Freiflächen entstanden. Für das alternative Pflegekonzept werden auch die Übergänge zu Saspow betrachtet.
Das Luftbild von Neu-Schmellwitz zeigt, wie grün der Stadtteil von Cottbus ist. Durch den Abriss der vergangenen Jahrzehnte sind viele Freiflächen entstanden. Für das alternative Pflegekonzept werden auch die Übergänge zu Saspow betrachtet. FOTO: Falcon Crest Air GmbH / B.KUHN
Cottbus. Für den Stadtteil soll ein alternatives Pflegekonzept für die Freiflächen erarbeitet werden. Die Einwohner sollen dabei mitreden und mitmachen. Von Peggy Kompalla

Neu-Schmellwitz ist nur Plattenbau? Überraschung! Der jüngste Stadtteil ist das grünste Wohnquartier von ganz Cottbus. Nirgendwo sonst in der Stadt kommt so viel Grün auf einen Einwohner. Das klingt doch gut. Eigentlich. Denn in dem Stadtteil sind durch den Abriss von Wohnblöcken in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Freiflächen entstanden. Sie sind zwar grün, aber auch ziemlich monoton. Sie bieten wenig Abwechslung und damit kaum Mehrwert für die Bewohner. Dabei haben sie das Potenzial dazu. Davon ist die Stadt überzeugt und macht das Wohnquartier zum grünen Labor.

Für den Stadtteil soll ein alternatives Pflegekonzept für die Freiflächen entstehen. Dabei steht die Aufwertung des Grüns im Vordergrund. In dem Zuge soll aber auch die biologische Vielfalt gestärkt und die Schmellwitzer bei der Arbeit miteinbezogen werden. Das betonen Frank Spiller und Carolin Buttker. Beide treiben das Projekt in ihren jeweiligen Fachbereichen im Rathaus voran. Der eine bei Grün- und Verkehrsflächen, die andere bei der Stadtentwicklung. Nach den Vorbereitungen geht es nun in die Vollen. So haben die Schmellwitzer beim Bürgerfest am Samstag, 9. Juni, erstmals die Gelegenheit, ihre Meinung zum Thema loszuwerden. „Die Leute können die Defizite und Wünsche äußern“, sagt Frank Spiller.

Erste Problemzonen sind bereits bekannt. Dazu gehören zugewachsene Bordsteine, ungepflegt wirkende Grünflächen, Vermüllung und Vandalismus und der Ambrosia-Befall einzelner Flächen. Diese Hinweise wurden bei einer ersten Werkstatt gesammelt, bei der lokalen Akteuren wie dem Bürgerverein, dem offenen Netzwerk Schmellwitz, den Vermietern im Quartier, sozialen Trägern und Vereinen das Forschungsprojekt vorgestellt wurde.

Die Fachleute haben erste Aufwertungs-Ideen mitgebracht. Das könnten Frühjahrsblüher sein, die sich wild vermehren und zu einem Blickfang werden. Obstbäume könnten Schatten spenden und ihre Früchte den Schmellwitzern schenken. Aber auch Blumenwiesen wären eine Alternative, deren Pflanzen zu verschiedenen Zeiten blühen. „Das bedeutet aber auch, dass die die Anzahl der Mahden reduziert werden müssen“, erklärt Grünfachmann Spiller. „Das müssen die Leute verstehen. Deshalb ist es so wichtig, dass sie für das Thema sensibilisiert werden.“ Stadtplanerin Carolin Buttker ergänzt: „Ohne Kooperationen wird das nicht funktionieren. Deshalb suchen wir auch neue Formate der Zusammenarbeit.“ Demnach haben Landschaftspfleger, Imker und die Umweltverbände bereits ein großes Interesse bekundet.

Bei der ersten Werkstatt wurden  Wünsche der Schmellwitzer gesammelt. Die Einwohner vermissen demnach eine Hundewiese mit Sitzmöglichkeit und die Jugendliche würden Abrissflächen gern für ihre Freizeitgestaltung nutzen. „Das kann aber noch mehr werden“, ermuntert Carolin Buttker. Bei dem Forschungsprojekt gehe es auch um kreative Ideen. „Aber sie müssen auch akzeptiert werden und nachhaltig sein.“

Von der Zusammenarbeit mit den Studenten des Lehrstuhls Landschaftsarchitektur an der BTU Cottbus-Senftenberg erhofft sich die Stadt zusätzliche Impulse.