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Neuer Zeuge überrascht Ermittler

Cottbus. Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat verwundert auf eine angeblich neue Zeugenaussage im Fall der in Cottbus tödlich verunglückten ägyptischen Studentin reagiert. "Die Aussage dieses Zeugen wäre von erheblicher Bedeutung", sagte Behördensprecher Horst Nothbaum am Freitag zu einem rbb-Bericht. Christian Taubert

Darin hieß es, dass der Fahrer des Unfallautos sein Fahrzeug vor dem Aufprall noch beschleunigt haben soll. "Wir kennen weder den Zeugen noch den Inhalt", erklärte Nothbaum gegenüber der RUNDSCHAU mit dem Verweis darauf, dass ein Schreiben mit der Bitte an den rbb ergehen werde, "dass wir diesen Zeugen hören möchten".

Nach einem ersten Dekra-Gutachten war zum Unfallhergang dargestellt worden, dass der Fahrer in dem Tempo-30-Abschnitt etwa 50 km/h schnell war. Die Gutachter gaben zugleich an, dass der Zusammenstoß mit der plötzlich auf die Fahrbahn geratenen 22-Jährigen "ab einer Geschwindigkeit von 18 km/h nicht vermeidbar gewesen wäre". Ein rechtsmedizinisches Gutachten soll jetzt klären, ob auch eine geringere Geschwindigkeit zu den tödlichen Verletzungen geführt hätte .

Neben den Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung richtet sich ein zweites Verfahren jetzt gegen den Beifahrer. Zunächst war wegen Volksverhetzung gegen unbekannt ermittelt worden. Nach mehr als 30 Zeugenbefragungen, so Nothbaum, gebe es aber noch keine konkreten Fakten. Eine Zeugenaussage, wonach das schwer verletzte Unfallopfer rassistisch verhöhnt wurde, sei relativiert worden. Das Unglück und eine im Ausland teils verfälschte Berichterstattung führten dazu, dass elf Kommilitonen der Kairoer Heimatuni der Verunglückten von Cottbus abgezogen wurden.