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| 16:11 Uhr

Mehr Geld vom Land für Kultur
Neuer Vertrag stützt Cottbuser Theater

 Für die Mitarbeiter des Cottbuser Staatstheaters steht eine langfristige Anpassung an den Flächentarifvertrag in Aussicht.
Für die Mitarbeiter des Cottbuser Staatstheaters steht eine langfristige Anpassung an den Flächentarifvertrag in Aussicht. FOTO: Michael Helbig
Das Land Brandenburg will die Stadt finanziell entlasten. Die Vereinbarung gilt vorerst bis zum Jahr 2022.

Ein neuer Vertrag sichert die Arbeit zweier Cottbuser Theater und des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst bis zum Jahr 2022. Das berichtet der Fachbereichsleiter für Kultur im Rathaus, Bernd Warchold. Nach seinen Worten wird das Land Brandenburg „deutlich mehr Geld für diese Häuser zur Verfügung stellen“. Damit biete sich der Stadt Cottbus eine mehrjährige Sicherheit bei ihren Plänen für die Kulturangebote.

Die Vereinbarung sieht vor, das Piccolo-Theater förderrechtlich so zu behandeln wie andere Einrichtungen des Landes Brandenburg. Bisher besaß es bei den Förderplänen nach den Worten des Fachbereichsleiters den Status eines freien Theaters. Bernd Warchold erläutert: „Für Cottbus bedeutet das, dass die Stadt jährlich 120 000 Euro weniger aufwenden muss, als es bis zum Jahr 2018 der Fall war.“ Trotzdem werde das Theater wegen der Aufstockung durch das Land insgesamt mehr Geld erhalten. Eine geltende Vereinbarung aus dem Jahr 2004 bleibe nämlich weiter bestehen. Daran ändere sich auch nichts, falls sich der neue Vertrag nicht bewähren sollte und nach 2022 nicht fortgesetzt wird, merkte der Fachbereichsleiter am Donnerstag im Cottbuser Bildungsausschuss an. Dessen Mitglieder tagten im Stadthaus.

Mit dem Vertrag ist es auch gelungen, die Arbeit des Cottbuser Staatstheaters und des Brandenburgischen Landesmuseums bis zum Jahr 2022 sicherzustellen, wie Bernd Warchold erläutert. Zwar werde der finanzielle Aufwand seitens der Stadt ab dem Jahr 2020 leicht steigen. „Aber das haben die Stadtverordneten schon beschlossen.“ Die Mitarbeiter des Staatstheaters können aufgrund des neuen Vertrags nach seinen Worten an Tarifvereinbarungen teilnehmen. Langfristig stehe für die Musiker auch ein Angleich an den Flächentarifvertrag in Aussicht.

Regierungssprecher Florian Engels erklärt grundsätzlich zum neuen Vertrag: „Demnach übernimmt das Land ab diesem Jahr 50 Prozent der Finanzierung, 30 Prozent kommen aus der Theater- und Orchesterpauschale des Finanzausgleichsgesetzes.“ Auf die Kommunen entfalle damit nur noch ein Anteil von 20 Prozent. Ab dem Jahr 2019 fließen laut dem Plan der Landesregierung ungefähr 34 Millionen Euro jährlich in die großen Theater und Orchester. Insgesamt stelle das Land bis zum Jahr 2022 rund 55 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Dazu komme die um fünf Millionen Euro erhöhte Theater- und Orchesterpauschale im Finanzausgleichsgesetz.

Laut der Deutschen Orchestervereinigung soll der Vertrag am 21. Februar unterzeichnet werden. Viele Musiker erhalten bisher nach Angaben der Vereinigung kaum mehr als den gesetzlichen Mindestlohn. Davon seien 27 Orchester in Ostdeutschland und Berlin betroffen.