Von Peggy Kompalla

Mit der Inbetriebnahme des neuen Verkehrsknotens geht für Cottbusverkehr ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Denn er macht nicht nur für Fahrgäste das Umsteigen bequemer. Der Verkehrsbetrieb kann mit dem Knoten sein gesamtes Netz effektiver steuern und bewirtschaften. Das erklärt Unternehmenssprecher Robert Fischer. „Damit können wir unseren Fuhrpark optimal ausnutzen.“ Es gebe weniger Leerfahrten und die Taktung der Straßenbahnen könne verdichtet werden, obwohl dem städtischen Betrieb nicht mehr Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

Der Verkehrsknoten wird der Taktgeber im neuen Streckennetz. Deshalb hat der Start Auswirkungen auf fast alle Linien von Bus und Straßenbahn im Stadt- und Regionalverkehr. Die Fahrzeiten werden sich auf fast allen Routen verändern. Hier die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Die Straßenbahnen sind ab dem 22. Oktober wieder auf vier Linien unterwegs. Dann allerdings auf teils neuen Strecken (siehe Info-Box). Sie bilden das Rückgrat des Cottbuser Stadtverkehrs. Die 300 und 400 Meter vom Bahnhof entfernten Haltestellen in der Thiemstraße und auf dem Stadtring werden nicht mehr bedient. Mit Ausnahme der Linie 3 steuern alle Straßenbahnen den Verkehrsknoten an.

Damit Madlow trotzdem eine direkte Verbindung zum Bahnhof bekommt, nimmt Cottbusverkehr die Buslinie 9 in Dienst – die Barbaralinie. Sie verbindet künftig das Behördenzentrum am Südeck mit dem Bahnhof und fährt dabei auch das Sportzentrum und die Ottilienstraße an. Die Linie ist zwischen 5 und 18 Uhr stündlich unterwegs. „Der Takt ist so auf die Deutsche Bahn abgestimmt, dass die Busse zur Dreiviertelstunde am Bahnhof ankommen und acht Minuten nach der vollen Stunde vom Bahnhof abfahren“, erklärt Robert Fischer. Der Cottbuser Bahnhof ist ein Nullknoten. Der Fachbegriff steht dafür, dass alle Züge der Deutschen Bahn aus allen Richtung kurz vor der vollen Stunde ankommen und kurz nach der vollen Stunde in jede Richtung wieder abfahren. Der neue Verkehrsplan von Cottbusverkehr berücksichtigt bereits die Fahrplananpassungen der Deutschen Bahn im Dezember. „Wir haben uns vorab mit der Bahn darüber abgestimmt“, erklärt Robert Fischer.

Der Busbahnhof an der Marienstraße wird arbeitslos. Allerdings mit einer kleinen Übergangsfrist von einer Woche. Während alle Buslinien von Cottbusverkehr ab dem 22. Oktober den neuen Verkehrsknoten ansteuern, folgen die Linien von DB Regio Bus Ost erst ab dem 1. November. Das sind die Linien 800 (Cottbus – Hoyerswerda), 849 (Cottbus – Döbern), 850 und 851 (Cottbus – Forst) sowie 877 (Cottbus – Guben). Die Linien werden ab November unter der neuen Marke „Plusbus Lausitz“ künftig direkt vom Bahnhof aus schnelle Verbindungen ins Umland bieten.

Direkt vom Verkehrsknoten am Bahnhof fahren auch die Fernbusse auf ihren nationalen und internationalen Strecken ab.

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