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| 02:36 Uhr

Neuer Name für Bagenzer Bahnhof wird teuer

Neuhausen/Kolkwitz. Mehrere Gemeinden in Spree-Neiße bangen weiter um ihre Bahnhaltepunkte. Mit Unterschriftensammlungen und Anfragen an das Infrastrukturministerium versuchten die Einwohner und Kommunalpolitiker, gegen einen eventuellen Wegfall ihrer Haltepunkte anzutreten. Und die Gemeinde Neuhausen/Spree wollte dem Bahnhof im Ortsteil Bagenz sogar einen attraktiveren Namen geben. Annett Igel /

Ähnlich wie die Kolkwitzer Haltepunkte wird auch der Bahnhof in Bagenz vor allem von Berufspendlern und Schülern genutzt. Für ein Unternehmen wie die Bahn sind das nicht besonders viele Nutzer, aber sie sind auf die Bahn angewiesen, um zu ihren Arbeitsorten oder weiterführenden Schulen zu kommen. Ein Potenzial zur Fahrgasterhöhung sehen die Gemeinden noch in den Radtouristen. Sie könnten die Bahnhöfe als Startpunkte für Touren entdecken.

Die Gemeinde Neuhausen/Spree wollte das mit einer Umbenennung ihres Bahnhof im Ortsteil Bagenz sogar unterstreichen: Statt der einfachen Ortsangabe soll der Haltepunkt künftig "Bagenz am Stausee" heißen. Doch die Antwort der Deutschen Bahn hat jetzt Neuhausens Bürgermeister Dieter Perko erschreckt: "Rund 17 000 Euro soll die Umbenennung kosten, zuzüglich Mehrwertsteuer ist mit 20 000 Euro zu rechnen", erklärte Perko in der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Das sei sehr teuer und von der Gemeinde nicht zu stemmen. "Neue Schilder werden nötig, auch eine Änderung des Namens zum Fahrplanwechsel - aber es ist für nicht nachvollziehbar, wie diese große Summe zustande kommt."

Auch Kolkwitz macht sich weiter Sorgen. Zwar ist im Entwurf des Landesverkehrsplanes für 2013 bis 2017 jetzt festgeschrieben, dass nicht jede Station eine Mindestnutzerzahl haben muss. Aber der Gemeindevertreter Gerd Bzdak (Linke), der um die Haltepunkte Kolkwitz Süd, Kolkwitz Nord und Kunersdorf kämpft, fordert, dass auch die Kennzeichnung "Entscheidungsbedarf beziehungsweise Optimierungsbedarf" hinter den Kolkwitzer Haltepunkten gestrichen werden soll.

Nachdem die Bahn eine Verbesserung des Umfelds der Kolkwitzer Haltepunkte - auch mehr Parkplätze wünschen sich die Bürger - abgelehnt hatte und das Bahnhofsgebäude in Kunersdorf abreißen ließ, obwohl einen Nutzungsantrag vorlag, will die Großgemeinde der Bahn ein Stück entgegenkommen. Die Haltepunkte will die Gemeindeverwaltung 2013 verkehrsplanerisch analysieren lassen. "Doch die Ausgaben für diese Evaluierung und die baulichen Veränderungen, die in den Jahren 2014 bis 2017 folgen sollen, sind nur möglich, wenn für die Haltepunkte wirklich Planungssicherheit besteht", sagt Gerd Bzdak.

Zudem sammelt er weiterhin fleißig Kriterien für die Wichtigkeit der Stationen. Mit dem Beginn des Schuljahres 2012/2013 konnten nicht mehr alle Kinder aus der Großgemeinde Kolkwitz an Cottbuser Schulen aufgenommen werden, erklärt er. Sie mussten auf Schulen in Vetschau ausweichen, was die Haltepunkte erst recht zum Bestandteil der Schülerpersonenbeförderung macht, erklärt der Abgeordnete der Linken. "Es kann nicht politisches Anliegen des Landesnahverkehrsplanes sein, den Gewinnzielen der Deutschen Bahn zu entsprechen und den Bedürfnissen und Wünschen der Bürger und den erklärten Zielen der Regierung zur Daseinsvorsorge zu schaden", sagt Gerd Bzdak.

Und die Verwaltung der Großgemeinde Neuhausen/Spree will die hohen Kosten für die Umbenennung des Bagenzer Bahnhofes in "Bagenz am Stausee" nun noch einmal bei der Deutschen Bahn hinterfragen. "Wir wollen wissen, wie sich das aufsplittet und wie wir das gemeinsam mit der Bahn hinbekommen können", sagt Perko.