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Neuer Gedächtnisort des Menschenrechtszentrums

Das neue Denkmal wurde am Samstag eingeweiht. Foto: rur1
Das neue Denkmal wurde am Samstag eingeweiht. Foto: rur1 FOTO: rur1
Cottbus. An die Todesopfer an der Berliner Mauer erinnert seit Samstag ein Denkmal auf dem Areal des früheren Cottbuser Gefängnisses. Es wurde auf Initiative des Menschenrechtszentrums vom Künstler Gino Kuhn entworfen und von vielen Helfern errichtet. Von Ronald Ufer

Das Denkmal wird schrittweise erweitert. An jedes der rund 900 Maueropfer soll ein Ziegelstein mit dem eingebrannten Namen erinnern. Gino Kuhn, der selbst in Cottbus als politischer Häftling eingesperrt war, will das Denkmal mittelfristig zum Gedenk- und Gedächtnisort für die 1600 Opfer an der innerdeutschen Grenze erweitern. Daher verkauft das Menschenrechtszentrum weitere Ziegelsteine und wirbt um Spenden.

Den Sockel der Anlage bilden originale Steine der DDR-Grenzbefestigung. Darauf steht eine aufgebrochene Betonplatte, welche die Mauer symbolisiert. Aus dem Riss erhebt sich die von Kugeln getroffene Figur eines Flüchtlings. Flankiert wird der Mittelteil von den Mauern mit den Namen der Toten.

Ein Stein erinnert an den Cottbuser Axel Hannemann, der 1962 in Berlin erschossen wurde. Das Mahnmal und die entstehende Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus verkörpern das Leitmotiv des Menschenrechtszentrums: „Jeder Mensch ist frei geboren“.

Das Mauerdenkmal solle daran erinnern, dass das DDR-Regime 17 Millionen Menschen eingesperrt und ihrer Freiheit beraubt hat, sagte Dieter Dombrowski, CDU-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Menschenrechtszentrums. Mauer und Unterdrückungspolitik seien überall im Land präsent gewesen. Zudem sei in Cottbus die größte Zahl an Menschen inhaftiert worden, die vergeblich versucht haben, die Grenzanlagen zu überwinden. Dombrowski kündigte an, dass die internationale Gesellschaft für Menschenrechte, mit der es eine enge Zusammenarbeit gibt, 2012 in Cottbus das 40-jährige Gründungsjubiläum begehen wird. Bis dahin werde das Denkmal durch weitere Steine ergänzt.

Der Cottbuser Beigeordnete Lothar Nicht (Linke) sagte dem Menschenrechtszentrum weitere Hilfe durch Rathausspitze und Stadtverordnete zu. Mit Respekt würden die Arbeit und das Entstehen der Gedenkstätte verfolgt. Unterdrückung, Gefängnisstrafen für Republikflüchtlinge und andere politisch Missliebige sowie die herrschenden Haftbedingungen seien Belege dafür, dass die DDR ohne Wenn und Aber ein Unrechtsstaat gewesen sei, sagte Nicht. Wer Demokratie mitgestalten wolle, müsse das zuvor eingestehen. Der Beigeordnete dankte dem Vorstand des Vereins Menschenrechtszentrum, dass er seinen Antrag auf Mitgliedschaft in Kenntnis seiner Biografie angenommen habe.