Als Umweltamtschef schlüpfte Thomas Bergner gern mal in Einweg-Blaumann und Gummistiefel, um sich nach dem Fortschritt der Sanierungsarbeiten auf dem ehemaligen Gaswerksgelände an der Lausitzer Straße zu erkundigen. Er schreckte dabei auch nicht vor dem kontaminierten Boden zurück, der aus bis zu vier Metern Tiefe ans Tageslicht gebaggert wurde. Die Altlasten-Sanierung machte er zu einer Erfolgsgeschichte. Fast 40 Millionen Euro Bundes- und Landesgeld sind seit der Wende nach Cottbus geflossen, um die schlimmsten Umweltsünden zu beseitigen. Die Stadt ist damit Vorreiter in Brandenburg.

Ein ganz anderes Erbe hat Bergner mit der Altanschließerproblematik übernommen. Durch die jüngste Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes ist die bisherige Rechtsauffassung der Cottbuser Verwaltung komplett über den Haufen geworfen worden. Die Folgen für die Kommune sind noch nicht absehbar. Das Thema ist inzwischen wieder Chefsache.

Hausaufgaben hat der neue Dezernent vom Stadtparlament erhalten. So müssen Beschlussvorlagen über Gebühren künftig deutlich zeitiger im Parlament eingebracht werden. "Wir werden intensiv daran arbeiten, diese Vorgabe zu erfüllen", betont der 55-Jährige.

Die Wartezeiten im Stadtbüro sollen sich in einem erträglichen Maß bewegen. Noch in diesem Jahr soll es einen zusätzlichen Wertstoffhof im Süden der Stadt geben. "Dafür suchen wir aber noch ein geeignetes Grundstück", erklärt Bergner. Die Arbeiten am Hochwasserschutz an der Spree gehen weiter. Der Gefahrenabwehrplan muss überarbeitet werden. Die Tempo-30-Zonen in der Stadt - ein weiteres Thema mit Aufregerpotenzial - werden noch einmal überprüft.

Auf den neuen Chef des Geschäftsbereiches wartet eine Menge Arbeit. Für eine Stippvisite zu einer Altlasten-Baustelle im Blaumann wird da nicht mehr viel Zeit übrigbleiben. Das werden dann die Mitarbeiter übernehmen müssen.