Seit Juli müssen die Cottbuser die höheren Trinkwasser-Preise zahlen - mehr als acht Euro zusätzlich pro Monat und Wohnung. „Das Thema ist zuletzt etwas untergegangen, obwohl es die Gemüter weiter bewegt“ , sagt Kaps. Die Großvermieter parken das Geld derzeit auf Sperrkonten und warten mögliche Klagen der LWG ab. Kaps: „Ich unterstelle der LWG, dass sie an gar keiner anderen Lösung interessiert ist.“ Er habe zwar Verständnis dafür, dass das marode Leitungsnetz saniert werden soll. „Aber das Geld dafür einzig über die Preise bei Bürgern und Mietern zu holen, halte ich für äußerst kritikwürdig.“ Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) sei jetzt gefordert, per Aufsichtsrat bei der LWG einen „Kurswechsel hin zu moderaten Preisen einzuleiten“ . Die Stadt ist bei der LWG Mehrheitsgesellschafter, bei der GWC alleiniger Hausherr.
Messen lassen müsse sich das neue Stadtoberhaupt auch an der Sanierung des städtischen Haushaltes. Kaps: „Er wird das Kunststück vollbringen müssen, die städtischen Finanzen zu sanieren, ohne dass die Lebensqualität in Cottbus sinkt.“ Daran würden jedoch auch die Abgeordneten mitarbeiten. Laut Kaps müsse es Ziel sein, die Zahl der Verwaltungsmitarbeiter von mehr als 1400 auf unter 900 zu senken. Das sei die „wichtigste Medizin, auch wenn der Haushalt dadurch allein nicht gesundet“ . Ohne Personalabbau und Verwaltungsumbau bleibe die Haushaltssanierung Stückwerk. Es sei wenig sinnvoll, Vereinen oder Institutionen Zuschüsse in Höhe von 3000 oder 5000 Euro zu streichen. „Damit bekommt man den Haushalt nicht in den Griff, macht aber deren Arbeit kaputt“ , so Kaps. Zwar würden die Zuschussprojekte durchaus fortlaufend geprüft - wichtiger sei jedoch eine Analyse der Verwaltungsaufgaben. Kaps: „Was private Anbieter in gleicher Qualität, aber preiswerter leisten können sollte die Stadt ausschreiben und abgeben.“ Dem entsprechend solle die Stadt, fordert Kaps, die Immobilienbewirtschaftung und die Grünpflege genau prüfen. Gleichzeitig will Kaps eine „kritischere Betrachtung der Zuschüsse für die Stadtwerke“ . Die AUB-Fraktion hatte dem jüngsten Sanierungspaket mit Kosten von vier Millionen Euro für die Stadt bis 2009 nicht zugestimmt. Kaps: „Im Zusammenhang mit der Sanierung ist immer erklärt worden, dass der Zustand nicht eintritt, den wir genau jetzt haben.“ Auch für den Haushalt würden sich dadurch „unkalkulierbare Risiken“ ergeben.

Hintergrund Millionen-Defizite
 Die Stadt hatte 2006 insgesamt 190 Millionen Euro Schulden, aufgebaut durch jährliche Lücken zwischen Einnahmen und Ausgaben von gut 25 Millionen Euro. Für 2007 droht nach aktuellem Stand ein Schuldenberg von 230 Millionen Euro durch eine Neuverschuldung von 47 Millionen Euro. Dem soll jetzt gegengesteuert werden - zunächst auf den Stand 2006. Der Finanzausschuss ist neben dem Hauptausschuss das Schlüsselgremium der ehrenamtlichen Abgeordneten-Tätigkeit.