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Neuer Anlaufpunkt für Selbsthilfegruppen im CTK

Cottbus. Der Regionalen Kontaktstelle für Selbsthilfe (Rekis) Cottbus steht ab sofort ein Konferenzraum im Haus 62 des Carl-Thiem-Klinikums zur Verfügung. "Er befindet sich unter dem neuen Haupteingang des CTK und dient unter anderem vier neuen Selbsthilfegruppen als Treffpunkt", berichtet Rekis-Koordinatorin Angelika Koal. Ulrike Elsner

Zu Jahresbeginn haben sich die Gruppen "Depression und Angst", "Menschen mit Herzerkrankungen" sowie eine zweite Schlaganfallgruppe gegründet. Eine Gruppe chronischer Schmerzpatienten will sich im Februar zusammenfinden. "Insgesamt gibt es in Cottbus derzeit 138 Selbsthilfegruppen", sagt Angelika Koal. "88 von ihnen werden von unserer Kontaktstelle direkt unterstützt."

Die Angebote sollen Betroffenen den Umgang mit gesundheitlichen und sozialen Problemen erleichtern und Mut machen. "Die meisten Anfragen erhalten wir zu psychischen Erkrankungen", berichtet die Rekis-Chefin. Als Hauptgrund dafür sieht sie "den enormen Druck, unter dem alle stehen, und die Informationsflut".

Derzeit gibt es in Cottbus vier Selbsthilfegruppen zu Depressionen und je eine weitere zu bipolaren Störungen, Borderline sowie für Angehörige psychisch Kranker. Auch Mobbing ist als Problem nach wie vor präsent. "Wir bieten als einzige Kontaktstelle in Brandenburg eine kostenfreie Erstberatung für Mobbing-Opfer", berichtet Angelika Koal.

Hin und wieder stellt sich aber heraus, dass Ratsuchende unter ganz anderen Problemen leiden als angenommen. Es kann passieren, dass jemand in der Trauergruppe Hilfe sucht, sein eigentliches Problem aber Einsamkeit ist. Gegen Einsamkeit ist in der "Lila Villa", Thiemstraße 55, aber zumindest für Frauen ein Kraut gewachsen. Jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr lädt das Frauencafé zu Kaffee, Kuchen und Gesprächen ein. "Manche Gruppe hat sich hier schon zusammengefunden, die regelmäßig etwas gemeinsam unternimmt", sagt die Rekis-Chefin.

Das Fahrrad muss nicht immer wieder neu erfunden werden, ist ein Arbeitsprinzip bei Rekis. Angelika Koal war in der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe auf die Idee eines Repaircafés gestoßen. Als sich herausstellte, dass es eine solche Mitmach-Werkstatt in Cottbus bereits gibt - nämlich das Fablab an der BTU - lag eine Zusammenarbeit nahe. So kommt es, dass hin und wieder auch ein handwerklich begabter Mann, der sich gern nützlich machen und dabei Kontakte knüpfen möchte, von der "Lila Villa" zum Uni-Campus geschickt wird.

Ein Höhepunkt in diesem Jahr verspricht der Selbsthilfetag im neuen Konferenzraum im CTK zu werden. Der soll am 21. April stattfinden und mit einer Diskussionsrunde von Leuten eingeleitet werden, die aus schwierigen Lebenssituationen herausgefunden haben. Fachvorträge und die Vorstellung von Selbsthilfegruppen sollen folgen.

Kontakt: Tel. 0355 543205 www.selbsthilfe-cottbus.de