Das Land Brandenburg erstattet den Städten und Gemeinden die Kosten für das sichtbare Bekenntnis zum Siedlungsgebiet der Sorben und Wenden. Das sind zusätzliche Aufwendungen, die durch die sorbisch-wendische Sprache etwa in Verwaltungen, für Übersetzungen und bei Beschilderungen entstehen.
Die neue angepasste Verordnung soll auch einen Beitrag zum Bürokratieabbau leisten. Denn Landkreise, Ämter und amtsfreie Gemeinden erhalten pauschal 1000 Euro pro Jahr, amtsangehörige Gemeinden 500 Euro. Neu ist, dass die Kommunen die Pauschale künftig nicht mehr beantragen müssen, sondern automatisch zum Jahresanfang erhalten. Neu ist auch, dass das Land die Kosten der hauptamtlichen Sorben/Wenden-Beauftragten in den Landkreisen Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße sowie der kreisfreien Stadt Cottbus komplett übernimmt.

Brandenburg zahlt für Sorbenbeauftragte

Die Brandenburger Kulturministerin Manja Schüle (SPD) betont: „Wir stärken die kulturelle und sprachliche Vielfalt in der Lausitz. Mit der neuen Verordnung, die wir eng mit den kommunalen Spitzenverbänden abgestimmt haben, unterstützen wir die Kommunen unbürokratisch bei der Umsetzung dieser Aufgabe.“
Das Land übernimmt zudem die Kosten für vier hauptamtliche Sorben/Wenden-Beauftragte in der Lausitz. Das ist in dieser Form bundesweit einmalig. „Damit setzen wir auch die europäischen Vorgaben zum Minderheitenschutz erfolgreich um. Wendische Kultur, Sprache und Bräuche sind nicht nur Teil des immateriellen Kulturerbes – sie sind ein Alleinstellungsmerkmal im Süden Brandenburgs und tragen zur Attraktivität der Region bei. Diesen außergewöhnlichen Reichtum wollen wir weiterhin bewahren“, sagt die Ministerin.
Fördergelder im Strukturwandel Mehr Wert für sorbische Kultur

Cottbus

Unterstützung für die Sorben und Wenden


Die Sorben und Wenden sind seit etwa 1500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben ihre eigene Sprache und die in vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt.

Das Land Brandenburg unterstützt die nationale Minderheit dabei, Kultur und Sprache besser zu bewahren und weiterzuentwickeln: Im Jahr 2014 wurde das Sorben/Wenden-Gesetz novelliert, 2015 fanden erstmals Wahlen für den Rat für Angelegenheiten der Sorben/Wenden beim Landtag statt, 2016 wurde der Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache verabschiedet, 2017 wurde die Förderung der Stiftung für das sorbische Volk auf 3,1 Millionen Euro erhöht, 2018 wurde der erste Mina-Witkojc-Preis für sorbisches/wendisches sprachliches Engagement vergeben und 2019 wurden die ersten Projekte für die Einbeziehung des Sorbischen in die Strukturentwicklung der Lausitz auf den Weg gebracht.