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| 19:03 Uhr

Dissen
50 Meter Welt- und Regionalgeschichte

Kornelius Kusch? wird in Zukunft auch Führungen am Zeitstrahl zwischen dem Heimatmuseum Dissen und der Freilichtanlage „Stary lud“ anbieten. Unter anderem gibt es auch ein Projekt bezogenes Begleitmaterial für Schulklassen.
Kornelius Kusch? wird in Zukunft auch Führungen am Zeitstrahl zwischen dem Heimatmuseum Dissen und der Freilichtanlage „Stary lud“ anbieten. Unter anderem gibt es auch ein Projekt bezogenes Begleitmaterial für Schulklassen. FOTO: Marion Hirche
Dissen. Mit dem „Zeitstrahl“ ist die Gemeinde Dissen um eine Tourismusattraktion reicher. Von Marion Hirche

Das Heimatmuseum Dissen und die dahinter befindliche slawische Mittelalteranlage „Stary lud“ haben eine neue Attraktion zu bieten. Am 13. Mai um 13 Uhr wird ein „Zeitstrahl“ eingeweiht, der beide Angebote miteinander verbindet.  Wenn man das Museum besucht hat, kommt man über einen schmalen Weg zur Freilichtanlage Stary lud“. Am  50 Meter langen Zaun bis zum ersten Gebäude der  mittelalterlichen Anlage befinden sich Informationstafeln. Darauf  sind welt- und regionalgeschichtliche Daten festgehalten. „Wir haben großen Wert darauf gelegt,  die großen Ereignisse mit  Fakten  der regionalen Geschichte zu untersetzen. Zudem war es uns wichtig,  die  Angaben für große und kleine Besucher verständlich zu machen. Allerdings hatte die Projektgruppe die  Qual der Wahl, es war ziemlich schwierig die  Fakten  ausgewogen auszusuchen“, betont Kathrin Schwella, Leiterin des Heimatmuseums Dissen. Ein Lutkisymbol begleitet die Kinder beim Betrachten.  Alle Informationen gibt es in deutscher, englischer und wendischer Sprache.

Auf den Tafeln  wird der Besucher von der Gegenwart in die Vergangenheit hin bis zum Jahr 375 geführt. In dem Jahr begann die große Völkerwanderung. Wer den „Zeitstrahl“ aufmerksam studiert, sieht, dass 1066 die  Christianisierung begann, dass Cottbus 1156 erstmals urkundlich erwähnt wurde, dass um 1200 die ersten deutschen Dörfer in der Lausitz entstanden sind und zur gleichen Zeit sich das Inkareich in Südamerika entwickelt hat. Auf den 50 Metern erfährt der Leser aber auch Dinge, die keiner so schnell parat hat: Um 1200 wurde die Schubkarre erfunden und das erste Spinnrad kam nach Europa. Das erste  Kochbuch erschien 1350 in Würzburg. Zur regionalen Geschichte wird unter anderem verkündet, dass die Fresken in der Briesener Kirche von 1486 stammen und 1789 die erste Niederlausitzer Braunkohle gefördert wurde.

„Wir würden uns freuen, wenn unsere Besucher viel Spaß beim Betrachten des Zeitstrahls haben und wenn sie so fast unbemerkt in die Vergangenheit eintauchen“, sagt Kornelius Kusch, verantwortlicher Museumsmitarbeiter für die  Anlage „Stary lud“. Er lädt alle Neugierigen zur Einweihung des „Zeitstrahls“ ein und macht neugierig  auf die Saisoneröffnung für die Erdgrubenhäusersiedlung hinter dem Heimatmuseum Dissen am Muttertag. Natürlich können dann auch die Behausungen in der Anlage besichtigt werden, der Glasperlenofen wird glühen und für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Zwei Wochen später findet dann das traditionelle  Fest des slawischen Mittelalters hier statt.