Von Peggy Kompalla

Der Großenhainer Bahnhof steht nach Jahren des Abseits nun wieder mitten im Leben – dank des neuen Bahnhofstunnels, der direkt vor dem Haus endet. Die beiden Galerien in dem Baudenkmal präsentierten sich am Donnerstag erstmals nach ihrem Einzug der Öffentlichkeit. Dabei sind die Besucher eingeladen das Gebäude kennenzulernen und Werke aus den Sammlungen der Galerie Brandenburg und der Galerie Fünf zu entdecken. Selbstbewusst verstehen sie sich als die führenden Galerien für regionale Kunst.

Sven Krüger, Kopf der Galerie Fünf, sagt: „Wir passen gut zusammen.“ Er zeigt auf sein Gegenüber Heiko Straehler-Pohl, der die Galerie Brandenburg verantwortet. Mit dem Satz sind also auch die Sammlungen der beiden Einrichtungen gemeint. Die Werke füllen längst die Wände der früheren Wartesäle, aber auch die Nebenräume und Gänge. Eine Teilung zwischen den beiden Galerien ist nicht zu erkennen und auch nicht gewollt, wie beide Männer betonen. „Wir sind weiter auf der Suche nach neuen Künstlern“, sagt Krüger.

Es dominieren die Altbekannten. Hans Scheuerecker und Mona Höke haben in den hohen Räumen mit ihren Arbeiten richtig viel Platz. Aber auch von Günter Rechn sind große Formate zu sehen. Dieter Zimmermann gehört ebenso zur Sammlung. Ihm überlassen die Galeristen das Haus im nächsten Jahr. Heiko Straehler-Pohl verrät: „Dieter Zimmermann wird die Räume gestalten. Wir lassen ihm dabei völlig freie Hand.“ Der Ausstellungstermin: 1. April 2020.

Zu den durch die Galerien vertretenen Künstlern gehören auch Strawalde, Rita Grafe, Chris Hinze, Frank Merker, Ingolf Kühn, Walter Schönenbröcher, Max Uhlig und ganz neu Jörg Engelhardt. „Das ist ein Künstler aus dem Oderbruch“, sagt Sven Krüger. „Der Teufel in der Sprem ist von seinem Vater Horst Engelhardt.“ Engelhardt Junior zeigt im Großenhainer Bahnhof beeindruckende Affen-Skulpturen. Neben den Ausstellungsräumen, wo die Kunst gezeigt wird und gekauft werden kann, befinden sich im Erdgeschoss des Hauses Ateliers. „Sie sind alle vermietet“, sagt Straehler-Pohl. Darüber hinaus bietet sich der Großenhainer Bahnhof als Veranstaltungsort an, in dem Kunst und Gesellschaft aufeinandertreffen.