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Neue Speicher unterm Bahnhof

In diesen Röhren unter dem Bahnhofsvorplatz soll künftig Regenwasser zwischengespeichert werden, um Überschwemmungen bei Starkregen zu vermeiden. Sie fassen ungefähr 2500 Badewannen Wasser.
In diesen Röhren unter dem Bahnhofsvorplatz soll künftig Regenwasser zwischengespeichert werden, um Überschwemmungen bei Starkregen zu vermeiden. Sie fassen ungefähr 2500 Badewannen Wasser. FOTO: LWG
Cottbus. Was einst als Wetterkapriole galt, ist längst Alltag: Starkregen. In diesem Jahr ist Cottbus im Gegensatz zu Berlin bislang verschont geblieben. Aber kommt der Regen in Kübeln vom Himmel, dann wird es auch für Cottbus schwierig. Peggy Kompalla

Das bestätigt Volker Grimm von der Lausitzer Wasser LWG GmbH. "Wenn das Mischwassernetz durch viel Regen belastet wird, dann wird das ein Problem." Die Kanäle können das Wasser nicht aufnehmen und ableiten, es steht auf den Straßen. Besonders betroffen ist die südliche Vorstadt und dort die Straße der Jugend. Aufgrund des Gefälles steht das Wasser dann unter der Eisenbahnbrücke so hoch, dass es Fußgängern bis zur Hälfte der Waden reicht. So zuletzt geschehen im August 2014. Solch ein Schauspiel soll es künftig nicht mehr geben.

Deshalb hat die LWG unter dem Bahnhofsvorplatz einen mächtigen Staukanal errichtet. Er besteht aus drei Röhren mit einem Durchmesser von 1,20 Meter. Dieser Wasserspeicher fasst 250 Kubikmeter, was ungefähr 2500 Badewannen entspricht. Eine Verbindung zur Straße der Jugend ist hergestellt. "Das funktioniert so, dass dort das Regenwasser zwischengespeichert wird und später dosiert ins Netz abgegeben wird", erklärt Volker Grimm. Doch das System geht erst in Betrieb, wenn der Vorplatz fertig ist - also frühestens im Jahr 2019.

Ein anderer Problempunkt sei beseitigt, so Volker Grimm. Die Ströbitzer Hauptstraße war nach dem Ausbau unfreiwillig zu einer Wasserstraße geworden. Im September 2015 glich sie einem Flussbett. Deshalb wurde in dem Bereich nachjustiert. "Dort wirken jetzt ein Staukanal und die Regenentwässerung", versichert Grimm. Diese Staukanäle - oder Speicher - funktionieren allerdings nur, wenn sie regelmäßig gewartet werden.

Für den Wasserversorger sind hinsichtlich der Zunahme von Stark regen zwei Dinge wichtig: Einmal sollte eine weitere Bodenversiegelung vermieden werden. Die LWG selber kümmert sich: "Wenn wir Kanäle sanieren oder bauen, nutzen wir größere Nennweiten und modernere Technik, um den Abfluss zu verbessern."