Nagler leitete in den vergangenen Monaten eine Fachjury, die das Ziel hatte, Interessen von Stadt und Investor in Einklang zu bringen. So sollten nicht nur wirtschaftliche, sondern vor allem auch städtebauliche Aspekte berücksichtigt werden. Das Gebäude könne in dieser Form einen Beitrag zur Baukultur in der Stadt leisten, betonte Nagler. Positiv fielen auch die ersten Reaktionen der Stadtverordneten aus. SPD-Fraktionschef Werner Schaaf bezeichnete das Projekt als "sehr gut gelungen". Ausschusschef Jörg Schnapke (CDU) betonte mit Blick auf die Vorgängermodelle: "Was in der Kürze der Zeit geleistet wurde, ist beachtlich."

Das Gebäude:

15 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, 72 000 Kubikmeter umbauter Raum. Eine Nettonutzfläche von 9800 Quadratmetern. Das sind die Zahlen. Im Erdgeschoss ist eine zentrale Ladenstraße geplant. An den Eingängen Stadtpromenade und Berliner Platz soll es jeweils gastronomische Angebote geben. Prägnant im Obergeschoss sind große Stadtfenster. Dort könnten entweder Wohnungen oder Gewerberäume eingerichtet werden. Im Untergeschoss sollen Flächen für Kultur- oder Freizeitaktivitäten angeboten werden. Das gesamte Objekt wird laut Roberto Demuth von der Planungsgruppe Sommer mit einem innovativen Fassadenkonzept ausgestattet. So ist geplant, mit viel Licht zu arbeiten. Ein Beispiel: Zum Filmfest könnte das Einkaufszentrum blau strahlen.

Die Kosten:

Investor René Becker spricht von rund 18 Millionen Euro. Die notwendigen Mittel seien gegenüber der Stadt lückenlos nachgewiesen, betonte er.

Die Mieter:

Ein Ankermieter soll auf einer 2300 Quadratmeter großen Fläche angesiedelt werden. Details verkündete der Investor noch nicht. Mit zahlreichen Mietern würden derzeit Gespräche geführt. Die Räume im Untergeschoss möchte René Becker zum Beispiel Vereinen für Veranstaltungen anbieten. Er verspricht dafür moderate Konditionen.

Der Zeitplan:

Öffnen soll das Einkaufszentrum im September 2017. Rund 14 Monate Bauzeit sind laut Investor veranschlagt. Noch in diesem Jahr soll der Bauantrag eingereicht werden. Die Stadtverordneten müssen dann Anfang des kommenden Jahres über den Bebauungsplan befinden.

Die Zielgruppe:

Im Vergleich der Bewertungen für den ersten Bauabschnitt habe sich hier eine neue Entwicklung ergeben, erklärt René Becker. "Die Kaufkraft kommt nicht mehr so sehr aus der Peripherie, sondern aus der Stadt." Trotzdem verspricht er namhafte Anbieter.