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| 14:24 Uhr

Cottbus
Für mehrere Millionen Euro: Neue Pläne für altes Zuchthaus in Cottbus

 Der alten Knast in der Bautzener Straße in Cottbus ist im Besitz des Vereins Menschenrechtszentrum, der mehrheitlich aus ehemaligen politischen Häftlingen des Gefängnisses besteht.
Der alten Knast in der Bautzener Straße in Cottbus ist im Besitz des Vereins Menschenrechtszentrum, der mehrheitlich aus ehemaligen politischen Häftlingen des Gefängnisses besteht. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Im ehemaligen Cottbuser Gefängnis soll ein Bildungs- und Begegnungszentrum entstehen. Doch dafür wären für Neubauten und Sanierungen mehrere Millionen Euro nötig. Von Daniel Steiger

Im ehemaligen Zuchthaus in der Bautzener Straße in Cottbus soll ein Bildungs- und Begegnungszentrum entstehen. Das sieht ein Konzept des dort ansässigen Vereins Menschenrechtszentrum vor. Der Verein ist Besitzer der alten Gefängnisanlage und die meisten Mitglieder sind ehemalige politische Gefangene. Das Konzept regt an, das insgesamt 22 000 Quadratmeter große Areal aus- und umzubauen, sodass hier mehrere Funktionen vereint werden können. Derzeit gibt es in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus zeitgeschichtliche Angebote zum Beispiel für Schulklassen, der Ort fungiert als Begegnungsstätte für ehemalige politische Gefangene. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung von Unrecht in Nazi- und DDR-Diktatur. Zusätzlich könnten zwischen den Cottbuser Gefängnismauern auch die Brandenburger Stasiakten eine neue Heimat finden. Derzeit sind diese in Frankfurt (Oder) untergebracht. Über die Zukunft des Standortes soll im Rahmen eines Gesamtkonzeptes zum Umgang mit dem Erbe der Staatssicherheit der Bundestag abstimmen. Zudem sieht das Cottbuser Konzept die Etablierung eines Tagungszentrums und die Ansiedlung des Archivs des Widerstandes der beiden deutschen Diktaturen vor. Für die Umsetzung der baulichen Pläne wären mehrere Millionen Euro erforderlich. Das Bildungs- und Begegnungszentrum soll den Namen Traute Lafrenz tragen. Sie war 1944/45 in Cottbus inhaftiert und ist – mittlerweile 99-jährig - das letzte noch lebende Mitglied der Widerstandsgruppe Weiße Rose. Die Ärztin lebt heute in den USA.