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| 18:07 Uhr

Aktuell nur zwei öffentliche Stromtankstellen
Neue Ladestationen in Arbeit

Ein Elektro-Auto wird am Stadthaus geladen. In Cottbus gibt es derzeit nur zwei öffentliche Stromtankstellen.
Ein Elektro-Auto wird am Stadthaus geladen. In Cottbus gibt es derzeit nur zwei öffentliche Stromtankstellen. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Cottbus. Die Stadtwerke versprechen für das neue Jahr weitere öffentliche Stromtankstellen für Elektro-Autos in Cottbus, warnen aber gleichzeitig vor überhasteten Entscheidungen. Von Peggy Kompalla

Das Verhältnis von Elektro-Autos und Ladestationen muss stimmen. Davon ist Jens Schober überzeugt. „Gibt es eine dynamische Entwicklung, ziehen wir mit“, versichert der Geschäftsführer der Elektroenergieversorgung Cottbus (EVC) GmbH. Sein Unternehmen gehört zu den Stadtwerken und betreibt unter anderem das Stromnetz. Demnach gehen im neuen Jahr weitere Ladestationen in Cottbus ans Netz. An einem Konzept wird gearbeitet.

Derzeit sind 27 E-Autos mit Cottbuser Kennzeichen unterwegs. In Relation gesetzt zu den beiden öffentlichen Tankstellen mit vier Ladepunkten, stehe Cottbus deshalb gar nicht so schlecht da (siehe Hintergrund). Insbesondere wenn man bedenkt, dass der Energiebedarf der Fahrzeuge höchstens zu 25 Prozent an öffentlichen Stromtankstellen gedeckt wird, wie Ralph Grohmann erklärt. Der Vertriebsleiter der Stadtwerke betont deshalb: „Wir brauchen eine ganze Menge mehr Autos, damit sich das rechnet.“

Denn anders als bei Verbrennern, die auf eine Tankstelle angewiesen sind, werden E-Autos zum Großteil zu Hause oder beim Arbeitgeber aufgeladen. Zudem kämpfen die Ladestationen-Betreiber mit der Kostenlos-Mentalität vieler E-Auto-Besitzer. „Umfragen haben ergeben, dass die Nutzer bereit sind, zwischen 30 und 45 Cent für die Kilowattstunde auszugeben“, berichtet der Vertriebsleiter und schiebt hinterher: „In Deutschland muss an kostenpflichtigen Ladestationen allerdings zwischen 60 und 80 Cent gezahlt werden.“ Im Jahr steuern in Cottbus bislang zwischen 100 und 150 E-Autos die öffentlichen Stromtankstellen an.

Angesichts dieser Zahlen relativiert sich für die Stromverkäufer und Netzbetreiber der Stadtwerke die Forderung nach weiteren Ladestationen. „Die Nachfrage steigt in kleinen Häppchen. Wir werden deshalb nicht zu viel Geld zu schnell investieren“, sagt Grohmann. Zumal auch in der Ladetechnik noch kein Standard feststeht.

Das soll aber nicht bedeuten, dass Cottbus untätig abwartet. „Derzeit arbeiten wir mit der Stadt an einem Konzept für mögliche Lade-Standorte“, erklärt Jens Schober. Daran beteiligt sind neben den Netzbetreibern Verkehrs- und Städteplaner, Bau- und Ordnungsamt. „Es ist klug, die Standorte nach einem Kriterienkatalog abzuarbeiten.“ Denn es muss nicht nur einfach eine Säule ans Netz, sondern auch ein Parkplatz vorhanden sein, um den Betrieb abzusichern. Im zweiten Quartal 2018 soll das Papier vorliegen. Unterdessen führen die Stadtwerke nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit möglichen Investoren – wie etwa Supermarktketten.

Darüber hinaus nutzen die Stadtwerke das Kommunale Energienetzwerk Cottbus (KEN), um das Thema Elektromobilität voranzubringen. Im KEN arbeiten alle Mehrheitsbeteiligungen und Eigenbetriebe der Stadt Cottbus zusammen. „Wir haben Förderanträge für zwölf Ladepunkte abgegeben“, sagt Ralph Grohmann. Eine Antwort erwartet er im Frühjahr.