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Neue Impulse für die Wirtschaft

Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU, M.) erläuterte sein Wirtschaftskonzept vor Unternehmern im Lindner Congress Hotel.
Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU, M.) erläuterte sein Wirtschaftskonzept vor Unternehmern im Lindner Congress Hotel. FOTO: Hilscher
Cottbus. Seit sechs Wochen ist Oberbürgermeister Holger Kelch im Amt, jetzt stellte er vor Unternehmern sein Wirtschaftskonzept vor. Das Standortmarketing soll neu strukturiert, die Vernetzung mit der BTU vorangetrieben werden. Andrea Hilscher

"Lausitzer Leuchttürme" heißt eine Veranstaltungsreihe des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW). Kreisgeschäftsführer Ralf Henkler hatte nach dem Döberner Cristalica-Chef Lutz Stache nun OB Holger Kelch (CDU) in die Sportsbar des Lindner Congress Hotel eingeladen, um ihm dort vor rund 40 Gästen in Fragen der Wirtschaftspolitik auf den Zahn zu fühlen.

Henkler begann mit einer kleinen Provokation: Wenn man auf die Internetseite der Stadt schaue, würde man zwar unzählige Pläne und Programme finden - das Thema Wirtschaft aber würde nicht auftauchen. "Ganz ohne Konzept steht die Stadt natürlich nicht da", konterte Kelch. "Im Rahmen der regionalen Wachstumskerne wird vieles getan, was von außen kaum wahrgenommen wird." Aber, so der OB, anders als wohlhabendere Städte wie etwa Senftenberg könne Cottbus nur schwer Geld in die Wirtschaftsförderung stecken. "In Brandenburg gehört die Wirtschaftsförderung zu den freiwilligen Leistungen. Und immer, wenn die Stadt keinen genehmigten Haushalt hat, ist sie gezwungen, bei eben diesen Leistungen zu sparen." Trotz knapper Kassen hat der OB für die kommenden Monate konkrete Vorhaben auf die Agenda genommen, um die Situation von Unternehmern zu verbessern und Neuansiedlungen zu erleichtern.

"Die Marketingstrukturen der Stadt sind zu kleinteilig, hier wollen wir umstrukturieren, um besser mit unseren Ressourcen umzugehen", so Kelch. Das Geld, das im System steckt, solle künftig gezielter eingesetzt werden. Ein neuer Wirtschaftsbeauftragter vermittelt zwischen Wirtschaft, der Verwaltung und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft EGC. Diese soll enger mit der Messegesellschaft CMT vernetzt werden, um das Standortmarketing zu optimieren.

Die Erschließung des Technologie- und Industrieparks Cottbus TIP soll vorangetrieben werden. Es gibt eine neue Studie über einen möglichen Autobahnanschluss des Cottbuser Nordens und der Umlandgemeinden. Diese Idee wurde im Rahmen einer Gesamtstudie der IHK und der Energieregion Lausitz erarbeitet und greift vor allem auch ökologische Aspekte auf: Der gesamte Zubringerverkehr zur Autobahn läuft derzeit über die Bahnhofs- und die Thiemstraße, die dann entlastet werden könnten. "Wir müssen es schaffen, mit diesem Projekt in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen zu werden", sagt Holger Kelch.

Ein "Willkommenspaket" für Unternehmer oder Wissenschaftler soll den Umzug nach Cottbus erleichtern, damit auch die Familien der Neuankömmlinge schnell über Wohnungsangebote, Schulen, Kitas und Sportvereine informiert werden.

Mit dem neuen Uni-Präsidenten Jörg Steinbach ist die Stadt in Verhandlungen über neue Kooperationen. An der Universität, so auch die Forderung der Unternehmer, muss eine Anlaufstelle geschaffen werden, um Forschungsaufträge, Praktika oder Angebote für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu koordinieren und zu bündeln. Auch die Vernetzung mit der Uni in Zielona Gora wird von der Stadt unterstützt.

Mehr Informationen über die gemeinsame Veranstaltungsreihe von lausitzer Rundschau und BVMW gibt es unter www.lausitzer-leuchttuerme.de