| 18:46 Uhr

Streit um Lkw-Verkehr auf der B 169
Neue Fenster als Lärmschutz an der B 169

Der Lastwagenverkehr durch Klein Ossnig ist ein Zankapfel - auch innerhalb des Ortes. Seit Jahren fordert ein Teil der Anlieger, den Schwerverkehr, der eine 40 Kilometer-Abkürzung nimmt, aus dem Ort zu halten.
Der Lastwagenverkehr durch Klein Ossnig ist ein Zankapfel - auch innerhalb des Ortes. Seit Jahren fordert ein Teil der Anlieger, den Schwerverkehr, der eine 40 Kilometer-Abkürzung nimmt, aus dem Ort zu halten. FOTO: Daniel Schauff / LR
Klein Oßnig. Spree-Neiße lehnt in neuem Bescheid Lkw-Fahrverbote ab und setzt voll auf passive Lösung für Anwohner. Von Christian Taubert

In der Gaststätte „Schön Oßnig“ hat es in den zurückliegenden Jahren so manche hitzige Debatte zum Lärmschutz an der Bundesstraße 169 gegeben. Am Dienstag nun verkündete der Spree-Neiße-Kreis in dem nahe Cottbus gelegenen Klein Oßnig seine Entscheidung, wie für die  Anwohner der Verkehrslärm erträglicher werden soll – zumindest solange, bis die Ortsumfahrung Annahof – Klein-Gaglow – Klein Oßnig Lösungen bringen soll.

„Der gegenwärtig effektivste Lärmschutz wird durch den Einbau von Lärmschutzfenstern erreicht“, bringt der Verkehrsdezernent des Spree-Neiße-Kreises Carsten Billing das Ergebnis des bisher „umfangreichsten Verfahrens“ zur Prüfung vom Lärmschutzvarianten für die Anwohner auf den Punkt. Wie Landrat Harald Altekrüger (CDU) verweist er darauf, dass verkehrsbeschränkende Maßnahmen – also Durchfahrtsverbote für Schwerlaster – geprüft worden seien. Aber nur, wenn alle Laster ab 3,5 Tonnen von der B 169 verbannt würden, so der Dezernent, könnten die Lärmschutz-Obergrenzen tags und nachts unterschritten werden. Dafür verweigert aber nicht nur die IHK Cottbus das grüne Licht. „Wir wollen eine einvernehmliche Lösung“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Krüger. „Aber diese zentrale Durchfahrtsstraße muss befahrbar bleiben.“

Die neuerlichen Untersuchungen zum Lärmschutz für Klein Oßnig und die B 169 waren notwendig geworden, weil eine Anwohnerin des Ortes in einem Antrag an den SPN-Kreis verkehrsbeschränkende Maßnahmen zum Schutz vor Lärm, Abgasen und Erschütterungen gefordert hatte. Ziel war es, Lkw-Schwerverkehr (außer Quell- und Zielverkehr) auf die Autobahnen A 15 und A 13 zu führen. Denn aus Sicht der Anwohnerin würden vor allem Transitlaster die Abkürzung zwischen A 15 und A 13 über die Bundesstraße 169 nutzen, um den gut 30-km-Umweg über das Spreewald-Dreieck zu meiden.

Da Spree-Neiße den Antrag aber ablehnte, die Anwohnerin Widerspruch einlegte und das Cottbuser Verwaltungsgericht (siehe Info-Box) Fehler der Behörde rügte sowie die Erarbeitung eines neuen Bescheides anordnete, kam der Landkreis in Zugzwang. Mehr als ein Jahr benötigte die Behörde, einen möglichst gerichtsfesten Bescheid vorzulegen. Denn ein neuerlicher Widerspruch der Klägerin ist nicht auszuschließen.

Zunächst aber gebe es einen Monat Zeit, den SPN-Bescheid genau zu prüfen, so der Klägeranwalt Karsten Sommer. Nach seiner ersten Einschätzung werde im neuen Bescheid „die verfestigte Meinung der Behörde dargelegt“. Trotz eines hohen gutachterlichen  Kostenaufwandes gebe es keinen Erkenntnisgewinn. Darüber müsse jetzt mit der Interessengemeinschaft (IG) B 169 beraten werden. Die hat unterdessen den Runden Tisch verlassen, der sich zu Lkw-Fahrverbot, Lärmschutzfenstern und Ortsumfahrungen verständigen wollte. „Wir sind dafür vor Gericht gegangen, ein Tag- und Nachtfahrtverbot für schwere Lkw zu erreichen“, erklärte IG-Vorsitzender Gerhard Düring. Der Großräschener Landtagsabgeordnete Wolfgang Roick (SPD), der den Runden Tisch initiierte, hat es allerdings noch nicht aufgegeben, die IG von einem Bleiben zu überzeugen. „Um die Interessen der Anwohner durchzubringen.“

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