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| 02:32 Uhr

Neue Fahrzeuge für Cottbusverkehr

Die neuen Fahrzeuge – drei Busse und eine komplett überarbeitete Tram – präsentieren auf dem Betriebshof von Cottbusverkehr Bereichsleiter Tim Krings, Geschäftsführer Ralf Thalmann und Technikchef Hans-Jürgen Krüger (v.l.).
Die neuen Fahrzeuge – drei Busse und eine komplett überarbeitete Tram – präsentieren auf dem Betriebshof von Cottbusverkehr Bereichsleiter Tim Krings, Geschäftsführer Ralf Thalmann und Technikchef Hans-Jürgen Krüger (v.l.). FOTO: Cottbusverkehr
Cottbus. In dieser Woche hat Cottbusverkehr vier neue Fahrzeuge in Betrieb genommen. Dazu gehören die nunmehr achte instandgesetzte Langläufer-Straßenbahn sowie drei Niederflur-Omnibusse von EvoBus. Für die Initiative ProTram reicht das aber nicht aus. Sie fordert mehr Geld vom Land. Sven Hering

Hohe technische Standards, Sicherheit, Barrierefreiheit und Fahrgastkomfort - darauf legt Cottbusverkehr bei der Neubeschaffung von Fahrzeugen großen Wert. Das sagte Geschäftsführer Ralf Thalmann bei der Vorstellung der neuen Fahrzeuge. Das Unternehmen investierte in die Anschaffung von drei Bussen nach eigenen Angaben rund 250 000 Euro je Fahrzeug. Für den neuen Langläufer gab Cottbusverkehr rund 300 000 Euro aus. Damit wurde der Fuhrpark des Verkehrsbetriebes modernisiert.

Die Cottbuser Initiative ProTram fordert derweil eine größere Unterstützung für die Verkehrsunternehmen. Zwar wolle das Land für neue Straßenbahnen im kommenden Jahr drei Millionen, 2018 sechs Millionen und im Jahr darauf noch einmal drei Millionen Euro zur Verfügung stellen, verweist ProTram-Sprecher Dieter Schuster auf eine Aussage des finanzpolitischen Sprechers der Linken, René Wilke. Doch das sei zu wenig.

Laut Schuster haben die Nahverkehrsbetriebe in Cottbus, Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder) und Schöneiche-Rüdersdorf ein gemeinsames Lastenheft zur Beschaffung von Straßenbahnen erarbeitet, um die Losgröße und damit die Beschaffungskosten zu optimieren. "Grob gerechnet würden hier 30 Bahnen zu je zwei bis 2,5 Millionen Euro benötigt, auch um der EU-Forderung nach Barrierefreiheit gerecht zu werden", sagt er. Der ProTram-Sprecher weiter: "Macht in Summe wenigstens 60 Millionen Euro, die die chronisch klammen Nahverkehrsbetriebe natürlich nicht aufbringen können."

ProTram zweifelt zudem, dass noch in diesem Jahr die Mittel überhaupt in Anspruch genommen werden können. "Es ist ja nicht so, dass man sich heute einen Tram-Typ auswürfelt und morgen die Straßenbahnen anrollen", betont Schuster. Stattdessen seien aufwendige Ausschreibungsverfahren zu durchlaufen sowie Verträge zu schließen. "Und dann müssen die Bahnen schließlich auch noch gebaut, erprobt und zugelassen werden." Mit Sicherheit könnten bis zum Ende der angedachten Förderperiode im Jahr 2019 noch lange nicht alle Fahrzeuge geliefert werden. Schuster: "Um dies zu erreichen, hätte man bereits im Jahr 2015 bestellen müssen."

Wie könnte eine sinnvolle Finanzhilfe des Landes nun aussehen? ProTram fordert fünf Jahresscheiben zu je sieben Millionen Euro, beginnend 2018 für die genannten vier Betriebe. Damit würde die EU-Vorgabe zur Barrierefreiheit auch zeitlich erfüllt.

Dieter Schuster: "Auf der einen Seite ist die Landesregierung bereit, 600 Millionen für eine Kreisgebietsreform auszugeben, ohne deren Nutzen nachgewiesen zu haben, und auf der anderen Seite versucht sie, vergleichsweise geringe Beträge, die der Durchsetzung der Klimaschutzziele dienen, einzusparen."

Mit den neuen Fahrzeugen verfügt Cottbusverkehr nun über 50 Busse, davon zehn Gelenkbusse, 34 Standardbusse und sechs City-Busse. Insgesamt 21 Straßenbahnen, darunter acht modernisierte Langläufer, vervollständigen den Fuhrpark. Die neuen Busse werden zukünftig im gesamten Liniennetz verkehren.

Zum Thema:
Die achte vollständig umgebaute Straßenbahn überzeugt laut Cottbusverkehr wie schon ihre Vorgänger vor allem durch ihr helles, freundliches Design im Innenraum, die modernen Fahrgastinformationssysteme sowie verschiedene technische Neuerungen am Fahrwerk, der Elektronik und dem Getriebe. Mindestens weitere acht Jahre soll die Bahn fahren. Die drei neuen Niederflur-Omnibusse vom Typ Mercedes-Benz Citaro LE sind laut Unternehmen mit Euro-6-Motoren und Rekuperationsmodulen zur Rückgewinnung von Bremsenergie ausgestattet. Der Bereich zwischen den beiden Türen ist stufenlos zugänglich und komplett niederflurig ausgebaut. "Besonders für Familien mit Kinderwagen, Fahrgäste mit Rollstühlen oder Rollatoren sowie Reisende mit Gepäck ist der niveaugleiche Ein- und Ausstieg wichtig", erklärt Cottbusverkehr-Chef Ralf Thalmann.