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Neubau
Eine neue Sanzebergbrücke für Sandow

Sanzebergbrücke in Sandow freigegeben FOTO: Von Michael Helbig
Cottbus. Elf Monate hat der Neubau gedauert. Nun folgt bis Ende des Jahres der Abriss der alten Brücke. Sie hat es auf 52 Jahre gebracht. Von Peggy Kompalla

Der Name bleibt, das Bauwerk ist nigelnagelneu: Die Sanzebergbrücke ist am Montag in Sandow eingeweiht worden. Zahlreiche Sandower verfolgten den feierlichen Akt, machten Videos und Fotos fürs Privatarchiv. Immerhin sind mit dem Neubau 1,4 Millionen Euro in den Stadtteil geflossen. Entsprechend gut gelaunt zeigte sich die Baubeigeordnete Marietta ­Tzschoppe (SPD). Trotzdem bleiben wichtige Wünsche offen.

Die neue Brücke ist fünf Meter in den Westen gerückt. Sie wurde direkt neben das alte Bauwerk gesetzt, das während der Bauzeit offen blieb. Erst im Vergleich wird deutlich, wie baufällig die alte Sanzebergbrücke tatsächlich ist. Sie war durch das Hochwasser im Juni 2013 stark in Mitleidenschaft gezogen worden und hat schon 52 Jahre auf dem Buckel. Marietta Tzschoppe erinnerte am Montag daran, dass zunächst nur eine Reparatur des Bauwerkes anstand. Doch dann eröffnete sich die Möglichkeit eines Neubaus mithilfe des Hochwasserfonds. Die Baukosten werden zu 100 Prozent durch Fördergeld finanziert.

Die Kinder der Kita Pfiffikus durften offiziell als erste über die neue Sanzebergbrücke gehen.
Die Kinder der Kita Pfiffikus durften offiziell als erste über die neue Sanzebergbrücke gehen. FOTO: Peggy Kompalla / LR

Angesichts des Neubaus erklärte die Baubeigeordnete: „Die neue Brücke ist höher genommen worden. Damit ist ein deutlich höherer Durchfluss gewährleistet.“ Soll heißen: Die Brücke ist besser fürs nächste Hochwasser gerüstet, weil mehr Wasser unter ihr durchfließen kann. Tatsächlich schlägt sie im Vergleich zum alten Bauwerk einen leichten Bogen. Was die Radfahrer am Montag mit Vergnügen registrieren, gibt es doch neuerdings bei der Überfahrt einen ordentlichen Schwung.

Die alte Betonstahlbrücke war im Jahr 1965 fertiggestellt worden. Seit Montag geht es ihr an den Kragen – oder besser gesagt ans Geländer. Dort setzte der Radlader an, um mit dem Abriss zu beginnen. Die Kosten dafür sind in der Förderung inbegriffen. „Bis Ende des Jahres soll der Abriss abgeschlossen sein“, verkündete Marietta Tzschoppe.

Die Lausitzer Wasser LWG GmbH hat die Bauarbeiten in Sandow genutzt, um eine Hauptschmutzwasserleitung zu erneuern. Darüber informiert Marten Eger. Er ist bei der LWG Technischer Geschäftsführer. „Dafür haben wir 250 000 Euro investiert“, erklärte er. Die Leitung führt unter der alten Brücke entlang. „Die neue Leitung haben wir in den alten Kanal reingelegt. In der Dimension war das für uns Neuland“, erklärte Marten Eger. „Denn wir mussten dafür 150 Meter lange Leitung zuvor zusammenschweißen und haben sie dann in im Stück durch den Kanal eingezogen.“ Die neue Leitung hat demnach einen Durchmesser von 80 Zentimeter.

Bei der Brückeneröffnung waren auch Politiker vor Ort. Stadtverordnete, Landtags- und Bundestagsabgeordnete. Vor allem an Letzere richtete die Baubeigeordnete ihren Wunsch: „Wir brauchen finanzielle Unterstützung für den Straßen- und Brückenbau. Das ist nicht nur in Cottbus ein Problem. Viele Städte in Brandenburg können ihre Infrastruktur aus eigener Kraft nicht erneuern.“

Die Stadt Cottbus zählt 88 Brücken. Die neueste ist die Sanzebergbrücke. Im vergangenen Jahr wurde die Skadower Brücke neu eröffnet. Auch sie hatte beim Hochwasser Schaden genommen, der Neubau wurde ebenfalls aus dem Hochwasserfonds finanziert. Dagegen wurden Werner- und Lönssteg nach den Hochwasserschäden ersatzlos abgerissen. Laut Straßenzustandsbericht haben 20 von den insgesamt 88 Brücken in Cottbus von den Fachleuten nur die Note 3,0 bis 3,5 erhalten. Wobei die Note 3,5 laut Stadtverwaltung ein Warnwert ist.

Fünf Meter neben der neuen Sanzebergbrücke steht die alte aus dem Jahr 1965. Sie wird bis Jahresende abgerissen.
Fünf Meter neben der neuen Sanzebergbrücke steht die alte aus dem Jahr 1965. Sie wird bis Jahresende abgerissen. FOTO: Peggy Kompalla / LR
Sanzebergbrücke in Sandow freigegeben FOTO: Von Michael Helbig