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| 18:10 Uhr

Museum
„Was wir sonst nicht zeigen können“

Roswitha Baumert (r) und Ingrid Standke vom Museumsförderverein der Sorbischen Webstube Drebkau zeigen voller Stolz Exponate, die erst vor wenigen Wochen dem Museum übergeben wurden und die passend zu den Leuthener Ansichtskarten dem Gesangsverein Wintdorf gehörten. Dazu zählen auch die Schärpen für die Vereinsfahne.
Roswitha Baumert (r) und Ingrid Standke vom Museumsförderverein der Sorbischen Webstube Drebkau zeigen voller Stolz Exponate, die erst vor wenigen Wochen dem Museum übergeben wurden und die passend zu den Leuthener Ansichtskarten dem Gesangsverein Wintdorf gehörten. Dazu zählen auch die Schärpen für die Vereinsfahne. FOTO: Marion Hirche
Drebkau. Neue Ausstellung in der Webstube in Drebkau mit Ansichtskarten aus Drebkau und Umgebung Von Marion Hirche

Am Sonntag ist in der Sorbischen Webstube in Drebkau eine neue Ausstellung eröffnet worden. In Anlehnung an 39 Ansichtskarten aus der Sammlung des Greifenhainers Rüdiger Krause werden dazu passende Stücke aus der „Schatzkammer“ des kleinen Museums und diverse Leihgaben gezeigt. Die Ansichtskarten wurden vor einigen Jahren für eine Präsentation auf Gut Geisendorf auf große Schautafeln gebracht, Dank der Finanzierung durch Vattenfall. „In dieser Kombination mit den passenden Ausstellungsstücken ist es aber eine völlig neue Präsentation, die wirklich gut gelungen ist“, betonte der Kartensammler am gestrigen Eröffnungstag. Auch die Vorsitzende des Museumsfördervereines Roswitha Baumert freute sich sehr: „Wir hatten die Idee die Postrechtecke mit unseren Museumsstücken zu kombinieren. Wir haben so viel im Lager, was wir sonst nie zeigen können.“ Dem Ausstellungsaufbau war in der vergangene Woche eine große Reinigungsaktion in den Museumsräumen vorangegangen. „Wir haben jeden Balken, jedes Ausstellungsstück vom Staub befreit“, erklärte Fördervereinsmitglied Ingrid Standke.

Für den Ausstellungsbesucher ist es ein Rundgang durch die Drebkauer Geschichte. Da ist die Postkarte vom großen Eisenbahnunglück am 29. Mai 1903 in Drebkau gepaart mit alten Bahntickets und einer Streckenlampe. Eine Ansichtskarte widmet sich dem 250. Jubiläum der Drebkauer Schützengilde im Jahr 1906. Ein Schützenhut, ein Buch zum Jubiläum sind die Raritäten, die dieses Motiv illustrieren. Zur Karte von der Drebkauer Schule hat das Museumsteam einen Federkasten, einen Abakus und ein Tintenfass mit Feder ergänzt. Bei diversen Gaststättenbildern aus Laubst und Golschow steht das früher übliche Berliner-Weiße-Glas und ein altes Skatblatt ist hier aufgeblättert. Die Drebkauer Brauerei hat ein altes Fass spendiert. Karten von Straußendorf berichten über einen inzwischen abgebaggerten Ort.

Auch unabhängig von den kleinen Motiven werden zusätzliche Informationen über Drebkauer Geschichte gegeben: Die Mittelvitrine im Sonderausstellungsraum informiert den Betrachter darüber, dass es in Drebkau einen Blaudrucker, einen Kürschner, Drechsler und Schreiner, „Brodfabrikanten“, sowie Zigarrenhersteller gab. Auch die Leineweber waren hier zugange, Stoffballen und Webschiffchen aus den 19.Jahrhundert berichten davon. Ein Foto vom Drebkauer Zollhaus ist gepaart mit Dokumenten des Schrankenwärters Albert Heduschka, so eine Feuerversicherungsurkunde und eine lederne Dokumententasche. „Es ist wirklich eine sehr informative Ausstellung. Ich kenne zwar viel aus der Geschichte der Stadt, aber das ist gut so, da kommen Erinnerungen auf“, lobte Webstubenfan Johann Killer.

„Die Ausstellung bleibt bis November stehen. Unser Museum ist Donnerstag und Freitag und jeden ersten Sonntag im Monat zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet“, informierte Museumsmitarbeiterin Katalin Poraczki.