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Neu: Studiengang zu IT-Sicherheit

BTU-Studenten lernen künftig, welche Gefahren aus solchen Kabeln aus dem weltweiten Netz drohen.
BTU-Studenten lernen künftig, welche Gefahren aus solchen Kabeln aus dem weltweiten Netz drohen. FOTO: Matthias Balk/dpa
Cottbus. Eigentlich hätte er schon längst in den Ruhestand gehen können, doch für Prof. Hartmut König vom Lehrstuhl Rechnernetze und Kommunikationssysteme war der Abschied von der BTU noch kein Thema, zu groß ist seine Leidenschaft für Forschung und Lehre. Andrea Hilscher

Bevor er der Universität im kommenden Frühjahr nun doch den Rücken kehrt, kann er ein Projekt auf den Weg bringen, an dessen Umsetzung er schon seit vielen Jahren gearbeitet hat. "2009 habe ich erstmals im Kollegium angesprochen, dass wir uns um das Thema IT-Sicherheit kümmern müssen", erinnert sich König lächelnd. Erst aber wurde der Bedarf unterschätzt, dann funkten die Fusionswirren dazwischen. Dabei nahm die Zahl der Hackerangriffe in den vergangenen Jahren weltweit zu und fand ihren vorläufigen Höhepunkt im Mai, als eine Serie von Angriffen mit Ransomware in über Hundert Ländern Computer lahmlegte und in Deutschland die Anzeigetafeln der Bahn blockierte. Hartmut König: "Man geht davon aus, dass die Bundesregierung mehrere Tausend Angriffe täglich abwehren muss, bei Unternehmen wie Mercedes oder Siemens sind es einige Hundert." Zweifel am Bedarf von IT-Sicherheit gebe es also derzeit nicht mehr.

Jetzt hat das Ministerium folgerichtig einen neuen internationalen Studiengang für die BTU Cottbus-Senftenberg genehmigt - ab dem Wintersemester 2017/18 können sich erstmals bis zu 25 Studenten für den Masterstudiengang Cyber Security einschreiben.

Juniorprofessor Steffen Helke (Sichere Softwaresysteme) war maßgeblich an der Entwicklung des Studiengangs beteiligt. "Der Bedarf an gut ausgebildeten Experten für IT-Sicherheit wächst ständig, sowohl in Deutschland als auch weltweit." Insofern sei es sinnvoll, den BTU-Studiengang international anzulegen und auf Englisch anzubieten. "Das macht das Angebot für ausländische Studierende natürlich interessant, denen es oft schwerfällt, unseren Informatikangeboten auf Deutsch zu folgen", so Helke. Doch auch für deutschsprachige Studierende sei es sinnvoll, einen internationalen Studiengang zu belegen. "Cybersysteme sind oft über mehrere Kontinente hinweg vernetzt, man muss also in der Lage sein, Länder- und Sprachgrenzen zu überwinden."

Im Land Brandenburg wie auch im Land Berlin gibt es bisher keine Studienangebote zur IT-Sicherheit als selbstständiges Studienfach, auch deutschlandweit stellt das Angebot der BTU noch eine Besonderheit dar. Künftige Absolventen können in staatlichen Organisationen und Verwaltungen arbeiten, bei Armeen, Nachrichtendiensten, großen Unternehmen, Rechenzentren und sogar bei kleinen mittelständischen Unternehmen.

Hartmut König: "In der IT-Branche gibt es in Deutschland zurzeit rund 40 000 offene Stellen, die Notwendigkeit für den Aufbau sicherer IT-Infrastrukturen führt zu einem steigenden Bedarf an IT-Sicherheitsexperten."

Die BTU sieht sich mit einem neuen Lehrstuhl für IT-Sicherheit sowie einer eigenen Vorlesung für IT-Recht gut gerüstet.

Wer sich für den Cottbuser Studiengang bewerben will, muss einen kostenpflichtigen Sprachtest bestehen und einen guten Bachelor in Mathematik oder Informatik mitbringen. Weitere Infos zum Bewerbungsverfahren gibt es unter

www.b-tu.de/cybersecurity-ms/steckbrief