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| 18:23 Uhr

Naturschutz
Mit dem Floß auf der Spree unterwegs

Summerfeeling auf dem Fluss: Das nächste Floßrennen startet am 14. Juli.
Summerfeeling auf dem Fluss: Das nächste Floßrennen startet am 14. Juli. FOTO: Michael Helbig
Cottbus . Spaß haben, Gutes tun und den Wert des Wassers betonen – die Macher von Viva con Agua haben sich viel vorgenommen.

Wer jemals den Abenteuern von Tom Sawyer und Huckleberry Finn gefolgt ist, der weiß: Eine Floßfahrt kann sehr spannend sein, lustig und vielleicht sogar wildromantisch. Die Cottbuser Mitglieder der Umweltinitiative „Viva con Agua“ holen in diesem Jahr bereit zum dritten Mal das echte Mississippi-Flair auf die Spree. Sie organisieren ein Floßrennen von Neuhausen nach Cottbus und laden zum Mittun ein.

Julia Klemm, Masterstudentin an der BTU ist über eine Mitbewohnerin auf das Viva-con-Agua-Team gestoßen. „Auf Festivals hatte ich die Leute schon öfter gesehen, fand ihre Aktionen prima“, erzählt Julia Klemm. Der Grundgedanke der Aktiven – mit Spaß ein neues Bewusstsein für die Ressource Wasser schaffen – hat ihr zugesagt. „Das ist einfach witziger als nur auf der Straße Geld für einen guten Zweck zu sammeln.“

Julia Klemm freut sich schon jetzt auf ihre erste Floßfahrt mit dem Viva-con-Aqua-Team.
Julia Klemm freut sich schon jetzt auf ihre erste Floßfahrt mit dem Viva-con-Aqua-Team. FOTO: LR / Hilscher

Schon im vergangenen Jahr wollte die Studentin sich eigentlich mit einem Flößer-Team aufs Wasser wagen, aus gesundheitlichen Gründen musste sie allerdings damals an Land bleiben. „Ich habe nur an den Umtragestellen geholfen, aber in diesem Jahr will ich unbedingt selbst mit aufs Wasser.“

Beim Floßrennen kann jeder starten, der ein Team von zwei bis vier Leuten zusammenbekommt, das aus recycelten Materialien eine schwimmende Basis basteln kann. „Manche nehmen Pfandflaschen und alte Reifen, andere verschnüren große Tonnen und Holz zu einem Ponton“, sagt Julia Klemm. „Wenn man weiß, wie schwer man ist, lässt sich leicht ausrechnen, welche Tragkraft das Floß braucht.“ Im Vorfeld der Rennens können sich die Bastler Tipps und Unterstützung in der Mitmachwerkstatt Fablab an der BTU holen, die fertigen Flöße werden dann einen Tag vor dem Rennen nach Neuhausen gebracht.

Zehn bis 20 Teams können dort an den Start gehen, sie sollten sich auf eine Fahrzeit von mehreren Stunden einstellen, bis sie am Cottbuser Strombad wieder vor Anker gehen können. Zum Sieger wird erklärt, wer neben der schnellsten Zeit auch das schönste Floß vorweisen kann. Extra-Punkte gibt es für Müll, der aus der Spree gefischt wurde. Julia Klemm: „Schließlich wollen wir auch dem Fluss mit unserer Aktion Gutes tun.“ Deshalb sollten die Flöße selbst so stabil sein, dass sie sich nicht unterwegs selbst auflösen und die Spree verschmutzen.

Die fahrbaren Untersätze müssen eine Strecke von rund zwölf Kilometern bewältigen. „Und eigentlich schaffen das auch fast alle Flößer“, erzählt Julia Klemm lächelnd. Ein Team sei im vergangenen Jahr zwar gekentert, dann aber von den „Viva con Agua“-Leuten gerettet und nach Cottbus geschippert worden.

Der Start soll am Samstag, 14. Juli, 10 Uhr erfolgen. Schaulustige sind am Start, auf den Spreebrücken und im Strombad willkommen. Sie dürfen anfeuern – und natürlich auch spenden. Viva con Agua finanziert weltweit Sanitär- und Wasserprojekte, gekoppelt an Aufklärung über Hygiene und Gesundheitsvorsorge. Der Erlös des Floßrennens soll ebenso wie die Teilnehmergebühr von fünf Euro pro Person und die Spenden, die die Teams eintreiben, vollständig in Hilfsprojekte in Nepal, Uganda oder Äthiopien fließen.

Die Flößer, ihre Unterstützer und Fans erwartet im Strombad dann das schon traditionelle Festival Stuss am Fluss.

Wer die Initiative unterstützen möchte, kann das per Mausklick tun. Unter flossrennen.tramprennen.org können sich sowohl Teams als auch Spendenwillige melden. Den Organisatoren kommt es bei der Aktion vor allem darauf an, „Leute, die keine Studenten sind, zum Mitmachen zu bewegen“. Denn bisher haben sich vor allem BTU-Studenten für die Wasserinitiative Viva con Agua engagiert.