| 02:35 Uhr

Naturkundemuseum, wirklich eine Utopie?

Lesaerbrief. Peter Truppel beleuchtet die Notwendigkeit eines Naturkundemuseums für die Stadt Cottbus.Der BUND, so berichtete vor Kurzem die LR, habe bei seiner letzten Mitgliederversammlung den Beschluss gefasst, sich für die Wiedereinrichtung des Cottbuser Naturkundemuseum einzusetzen und diese Aufgabe als Arbeitsschwerpunkt erklärt.

Der Widerspruch aus dem Rathaus kam sofort. Damit wird dem unerträglichen Drama um das Cottbuser Naturkundemuseum ein weiterer Akt einer völlig verfehlten Museumspolitik in dieser Stadt beigefügt.

Ja, Cottbus hatte schon einmal ein Naturkundemuseum. Am Amtsreich. Hervorgegangen aus dem Bezirksmuseum Cottbus führte es ein hoch geschätztes Eigenleben. Das Museum war stark frequentiert und nicht nur sehr beliebt bei Eltern und Kindern, sondern auch die Schulen waren dankbar für das zusätzliche Bildungsangebot im Fachunterricht. Der regelmäßige Besuch des Museums war deshalb fest in den Fachunterricht eingeordnet. Bis 2005 festgestellt wurde, dass die Elektrik im Gebäude nicht mehr den Ansprüchen gerecht wurde. Das Museum zog mit seinen Beständen und Personal ins Stadtmuseum um. Es begann nun der unaufhaltsame Abstieg der von der Politik so ungeliebten musealen Einrichtung. Nein, man wollte dieses Museum nicht mehr. Warum? Hier kann nur spekuliert werden. Keinesfalls ging es um offene Finanzierungsfragen. Sicherheit scheint zu sein, dass Egoismus, Eifersüchteleien der Parteien untereinander und Kurzsichtigkeit der nur auf eine Legislaturperiode ausgerichteten Stadtpolitik sowie besonders die erschreckende Ahnungslosigkeit führender politischer Entscheidungsträger zum Umfang und Bedeutung der naturwissenschaftlichen Sammlung zum endgültigen Aus führten. Nachdem man bereits einen Großteil der Sammlungen ausgelagert hatte, schloss auch das Stadtmuseum, weil auch hier Mängel in der Elektroanlage festgestellt wurden.

Natürlich hat es immer wieder Aktionen und Vorstöße gegeben, das Museum wieder einzurichten. Zuerst versuchte sich die AUB, die gemeinsam mit dem CMT, Herrn Koch, Vattenfall und unseren damaligen OB, Herrn Frank Szymanski, der hierfür auch finanzielle Mittel bereitstellte, eine sehr akzeptable Lösung auf dem Bundesgartenschaugelände erarbeitet und gefunden hatte. Das Projekt scheiterte schließlich, weil man sich zwischen den Projektbeteiligten nicht auf einen gemeinsamen Nenner zur Ausrichtung und Inhalt dieser Einrichtung einigen konnte.

Auch Vorstöße der sehr engagierten Frau und Herrn Striegler, die sich immer wieder mit entsprechenden aussagekräftigen Dokumentationen an führende Politiker und der Öffentlichkeit wandten, führten zu keinem Erfolg.

Letztlich bildete der "Naturwissenschaftliche Verein der Niederlausitz e. V." extra eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel, dieses Museum unter der Überschrift "Ludwig-Leichhardt-Museum für Natur und Umwelt" wieder zum Leben zu erwecken. Aber auch solch eine Initiative kann nicht zum Erfolg führen, wenn der politische Wille nicht vorhanden ist und der Oberbürgermeister der Stadt, Herr Kelch, mit seiner völlig überflüssigen und unüberlegten Bemerkung "Es wird kein weiteres Museum in Cottbus geben", jeglichem Bemühen zur Wiedereinrichtung eine Abfuhr erteilte.

Es gibt sehr zu denken, wenn im Umweltausschuss führende Politiker dieser Stadt erklären, dass jährlich stattfindende Umweltwochen, ein umweltpädagogisches Zentrum, der Tierpark und von Frau Kircheis genannte Projekte der Umwelterziehung eigentlich ein Museum für Natur und Umwelt überflüssig machen. So wichtig und notwendig solche Aktionen auch sind, sie ersetzen doch kein Museum, eine Bildungseinrichtung, die sich in erster Linie das Sammeln und Bewahren wichtiger Naturzeugnisse zur Aufgabe gestellt hat.

Ist es denn zu schwer zu begreifen, dass wir gerade hier in der Lausitz, in der es ständig zu Veränderungen und Verwerfungen der Natur und Umwelt kommt, eine solche Einrichtung dringender denn je benötigen?

Warum sollte es nicht möglich sein, in Zusammenarbeit von Umweltverbänden, der BTU Vattenfall und der Politik nicht allein für uns, sondern auch, weil wir der Nachwelt verpflichtet sind, ein solches Museum zu schaffen?

Cottbus - eine grüne Stadt?

Ellen Sitka aus Cottbus schreibt zum Leserbrief von Renate Brinke zu gestutzten Bäumen und Sträuchern auf den "Sachsendorfer Wiesen" in und um Cottbus (LR vom 5. März 2015):

Ich stimme den Worten von Frau Brinke voll zu und habe mich schon zu krassen Äußerungen den Leuten gegenüber hinreißen lassen. Auch hier im Umfeld (Sachsendorf, Später WK 13) wurden Baumkrüppel und Strünke von Sträuchern (auch von Forsythien) geschaffen oder ganz entsorgt. Cottbus - grüne Stadt und Umgebung?

Um 1980 pflanzten eine Mitbewohnerin und ich eine kleine Trauerweide an der Ecke Boxberger-/Lauchhammer Straße. Ich wünsche sehr, dass dieser schöne Baum erfreut und nicht verstümmelt oder gefällt wird!