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Narren setzen die Kappen ab

Am Ende der Karnevalswerkstatt in Friedrichshain setzten die Vertreter der Lausitzer Karnevalsvereine ihre Kappen ab und beendeten damit offiziell die Session. KVL-Präsident Frank Czepok (vorn, l.) und FKK-Präsidentin Jacqueline Einbock übergaben die KVL-Fahne an Wieland Wagner (2.v.r.) vom Döberner Karnevals Club, der die nächste Werkstatt veranstalten wird.
Am Ende der Karnevalswerkstatt in Friedrichshain setzten die Vertreter der Lausitzer Karnevalsvereine ihre Kappen ab und beendeten damit offiziell die Session. KVL-Präsident Frank Czepok (vorn, l.) und FKK-Präsidentin Jacqueline Einbock übergaben die KVL-Fahne an Wieland Wagner (2.v.r.) vom Döberner Karnevals Club, der die nächste Werkstatt veranstalten wird. FOTO: Marion Hirche/jul1
Friedrichshain. 30 Karnevalsvereine und der Karneval Verband Lausitz (KVL) haben Friedrichshain ihre Aufwartung gemacht. Dabei fuhren sie noch einmal alles auf – und setzten zum Schluss die Kappen ab. Marion Hirche / jul1

Für KVL-Chef Frank Czepok gebührte an dem Abend in der Kulturinsel Ehre. Denn alles, was der Lausitzer Karneval an Erfolgen vorzuweisen hat, ist mit seinem Namen verbunden. Dafür erhielt er den Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval in Gold mit Diamanten. Auch in Friedrichshain übernahm das Karnevalsurgestein im Protokoll die Regie: Dabei durfte der Dank nicht zu kurz kommen, schließlich waren viele Hände für den erfolgreichen Zug der fröhlichen Leute und die Karnevalsgala "Heut' steppt der Adler" verantwortlich. Gemeinsam mit der Friedrichshainer Karnevalspräsidentin übergab er die KVL-Fahnen an den Ausrichter der nächsten Werkstatt - an den Döberner Karnevals Club.

Damit nicht genug: Auch Dirk Meier, Kanzler der Ehrensenatoren des KVL, reichte Ehrungen aus: Er verlieh Jürgen Sens, der seit vielen Jahren für den Zug der fröhlichen Leute verantwortlich ist, den Verdienstorden der Ehrensenatoren. Zudem zeichnete er Vereine für deren Umzug-Bildgestaltung aus. Wieder einmal hatten die Luckauer Karnevalisten die Nase vorn, die mit ihrem liebevoll gebauten Mottowagen die politischen Themen der Zeit aufgriffen. Auf Platz zwei landeten die Cottbuser Narrenweiber, die sowohl wegen ihrer politischen Botschaft als auch der Gesamtheit der Darstellung und der Lebensfreude gewürdigt wurden. Die dargestellte Zeitreise der Calauer von den Dinosauriern bis zur Zukunft wurde mit dem dritten Platz belohnt.

Mit dem letzten Walzer der Prinzenpaare der Session 2016 / 2017 wurde die Werkstatt eröffnet. Am Nachmittag begeisterten Karnevalisten von 19 Lausitzer Vereinen mit ihren Beiträgen in einem bunten Programm der besten Karnevalsbeiträgen aus ihren diesjährigen Programmen: die Schorbuser mit einem Showtanz, die Bagenzer mit ihren Tänzern aus der Puppenkiste, die Uhyster mit einem Gardetanz, die Döberner mit ihrer getanzten Geburtstagstafel, die Narrenweiber mit einer Bütt von Oma Frieda und die Männer von Groß Düben mit ihrem Blick in die Unterwasserwelt.

Die Gastgeber zeigten am Abend ihr gesamtes Programm: Sie luden ins Märchenland ein. Da tauchten die Hexe Babajaga und Alice im Wunderland ebenso auf, wie Hänsel und Gretel und Ritter. Witze, ein tolles Männerballett und ein eindrucksvolles Bühnenbild erhielten tosenden Applaus.

Darüber hinaus wurde eine neue Lady Karneval gewählt. Janett Müller, Prinzessin von der Interessengemeinschaft Cottbus Carneval, wechselte die Krone mit der Schärpe. Sie setzte sich gegen ihre vier Mitbewerberinnen durch.

Alle hatten viel Spaß, der 18-jährige Richard Prinz aus Friedrichshain glänzte nicht nur beim Paartanz und im Männerballett. Er tanzte bis weit nach Mitternacht und er sammelte Pins. Das entwickelte sich an dem Abend zu einem echten Sport.

Gemeinsam setzten die Karnevalisten um Mitternacht die Kappen ab und beendeten damit offiziell die Saison. "Ich bin zwar traurig, aber die Ideen für die neue Session sind schon im Kopf", betonte Dan Jägel, Präsident des Neupetershainer Carneval Clubs. Andrea Schippan und Detlef Lücke vom Schwarzheider Carneval Club waren sich einig: "Das war gut organisiert, machte viel Spaß heute." Kathrin Hauck vom Gaglower Carneval Verein hätte sich gewünscht, dass es beim Präsidententreffen auch wichtige Fragen diskutiert worden wären. Das kann nachgeholt werden, wenn Anfang April auf der Jahreshauptversammlung des KVL ein neuer Vorstand gewählt wird.