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| 02:33 Uhr

Nachklang des königlichen Besuchs in Branitz

Dieses Schlafkabinett im Schloss Branitz wurde für Königin Augusta eingerichtet.
Dieses Schlafkabinett im Schloss Branitz wurde für Königin Augusta eingerichtet. FOTO: Ben Peters, Codiarts
Cottbus. Hermann Fürst von Pückler-Muskau hat im vergangenen Jahr mehr denn je an Popularität gewonnen. Die erste große Pücklerausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn sei ein Höhepunkt für die weitere Bekanntmachung seiner Parks gewesen, betont Gert Streidt, Direktor der Stiftung Park und Schloss Branitz, in einer Betrachtung zum Jahreswechsel. Ulrike Elsner

Mehr als 85 000 Besucher sind auf dem von pücklerschen Gestaltungsideen inspirierten Dachgarten der Bundeskunsthalle gezählt worden, 60 000 Besucher in den darunterliegenden Ausstellungsräumen. Die Branitzer Stiftung war allerdings nicht nur wichtiger Partner der Bonner Ausstellung, sondern hat auch das deutschlandweit gewachsene Interesse am Leben und Werk des Fürsten direkt gespürt. So wurden in Ausstellungen, bei Führungen und weiteren Veranstaltungen im vergangenen Jahr rund 70 000 Besucher, darunter rund 44 000 Museumsbesucher, gezählt. Das waren allein 4000 Museumsbesucher mehr als 2015.

Während die für die Bonner Ausstellung restaurierte Rosenlaube an ihren alten Platz zurückgekehrt ist, befindet sich Pücklers Baumpflanzwagen jetzt in Babelsberg. Vor dem dortigen Schloss soll er im kommenden Sommer die Besucher der nächsten großen Pückler-Ausstellung "Pückler.Babelsberg" begrüßen. "Wir sind mit diesem Projekt über eine Korrespondenzausstellung verbunden, die wir unter dem Titel ,Augusta von Preußen. Die Königin zu Gast in Branitz' im Branitzer Schloss zeigen", berichtet Gert Streidt.

Die Ausstellung, die vom 14. Mai bis 31. Oktober 2017 gezeigt wird, widmet sich der außergewöhnlichen Begegnung des Fürsten mit der Königin, die am 25. Juli 1864 stattfand. Der Hausherr war auf den Besuch bestens vorbereitet. Für einen angemessenen Empfang wurden in den Jahren 1856 bis 1862 sogar drei Schlossräume neu ausgestattet - genau jene Salons, die im Jahr 2015 nach umfassender Restaurierung wiedereröffnet werden konnten.

"Die Ausstellung präsentiert Hintergründe, Verlauf und Nachklang des königlichen Besuches 1864", heißt es in einer Mitteilung der Stiftung. "Die Ausstellung zeichnet das Bild einer ungewöhnlichen Monarchin und ihrer herausragenden Beziehung zum Fürsten Pückler."

Anfang August 2017 soll Teil zwei der multimedialen Dauerausstellung "Meister der Landschaft. Fürst Pückler und Carl Blechen" im Besucherzentrum auf dem Gutshof eröffnet werden. Dazu beginnen in diesen Tagen die von Bund, Land und Stadt geförderten Arbeiten.

"Im Schloss ermöglichen Fördermittel des brandenburgischen Kulturministeriums die Erstellung eines Masterplans sowie Planungen für eine künftige Dauerausstellung über das Leben und Wirken seines fürstlichen Hausherrn", berichtet Gert Streidt weiter. Damit komme die Stiftung ihrem Ziel einer klaren inhaltlichen Ordnung von Besucherzentrum, Schloss und Marstall einen großen Schritt näher.

Für den Park sei außerdem die Erstellung eines Managementplans für die weitere Pflege und Entwicklung des Gartendenkmals von enormer Bedeutung. Dazu gehört die Fortsetzung der Arbeiten an einem digitalen Baumkataster.

Auch die verstärkte Baumpflege soll weitergehen. Im vergangenen Jahr konnten durch Umschichtungen im Haushalt insgesamt 100 000 Euro für dringende Maßnahmen eingesetzt werden. "Trotzdem wir uns dieses Feld der praktischen Parkpflege auch in den nächsten Jahren weiter beschäftigen", stellt Stiftungsdirektor Streidt fest.