Er hat ausgedient. Seit den 90er-Jahren fuhren in Cottbus die Stadt- und Regionalbusse – später auch die Fernbusse durch ganz Europa – vom Busbahnhof an der Marienstraße ab. Doch mit der Inbetriebnahme des neuen Verkehrsknotens am Bahnhof im Oktober 2019 wird der alte Busbahnhof nicht mehr gebraucht. Die Bussteige sind seither verwaist. Zumindest die Wartehäuschen und Werbetafeln sollen bis Ende August verschwinden. Darüber informiert Ordnungsdezernent Thomas Bergner (CDU) auf eine Einwohneranfrage während der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments.

Rückbau des Cottbuser Busbahnhofs ohne Kosten für die Stadt

„Der Rückbau wird derzeit vorbereitet“, erklärt Dezernent Bergner. Die Anlagen könnten nicht verkauft werden. Zum einen seien sie bereits in die Jahre gekommen. Sie stammen aus den 90ern. Zum anderen gehören die Anlagen gar nicht der Stadt, sondern einer Werbefirma. Es sei vertraglich geregelt, dass diese sich nun auch um den Rückbau kümmert. „Ohne Kosten für die Stadt“, so Thomas Bergner.
An der Stelle des alten Busbahnhofs soll ein neues Wohnquartier entstehen. Die ersten Bauten an der Bürgerstraße auf dem Areal der früheren Brauerei werden bereits hochgezogen. Danach soll auch das angrenzende Busbahnhof-Gelände bebaut werden. Ein entsprechender Bebauungsplan ist in der Verwaltung bereits in Arbeit. Der sieht unter anderem vor, dass in dem Bereich ein Lebensmittel-Einkaufsmarkt entsteht.

Letzter großer Auftritt während der Bombenentschärfung

Der abgeschriebene Busbahnhof hatte allerdings jüngst noch einmal seinen große Auftritt. Während der Bombenentschärfung auf der Nordseite des Cottbuser Bahnhofs vor einem Monat musste auch der Verkehrsknoten am Bahnhof gesperrt werden. Daraufhin hat Cottbusverkehr kurzerhand den alten Busbahnhof reaktiviert. Dieser Schritt hat sich beim Notfahrplan während der Bombenentschärfung bewährt.
In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass der Busbahnhof an der Marienstraße bereits seit den 70er-Jahren in Betrieb war. Das ist falsch. Der ganz alte Busbahnhof befand sich am damaligen Thälmannplatz, heute Brandenburger Platz.