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| 15:31 Uhr

Konsequenzen nach Grabscherei bei einer Party
Cottbus bereitet Abschiebung von Pakistaner vor

 Symbolbild: Bescheid des Bundesamtes für Migration.
Symbolbild: Bescheid des Bundesamtes für Migration. FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Nach Übergriffen auf einer Ü-30-Party und Bedrohung von Polizisten wurde der Täter festgenommen und sitzt seitdem in Haft.

Ein 23-jähriger Mann aus Pakistan sitzt seit Oktober in Haft: Auf einer Ü-30 Party in der Cottbuser Stadthalle soll er zwei Frauen unsittlich berührt haben. Zudem, so der Vorwurf, hatte er Polizisten massiv bedroht. Parallel zu der juristischen Verfolgung arbeitet die Ausländerbehörde Cottbus/Spree-Neiße seit Monaten mit Hochdruck an der Abschiebung des Mannes.

Im Zuständigkeitsbereich der Ausländerbehörde leben derzeit 12 429 Ausländer – 8739 in Cottbus, 3690 in Spree-Neiße. Das entspricht einer Quote von 8,7 Prozent.

„Unter diesen Menschen sind EU-Ausländer, Studierende der BTU Cottbus-Senftenberg, Ehepartner von Deutschen, Mitarbeiter im Klinikum und eben auch Flüchtlinge“, sagt Carsten Konzack, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, in dem die Ausländerbehörde angesiedelt ist.

Konzack und sein Team sind unter anderem auch für die Abwicklung von Abschiebungen und Ausreisen zuständig. Seit 2015 hat die Behörde 384 freiwillige Ausreisen und 258 Abschiebungen begleitet und organisiert. Der größte Teil von Ausreisen und Abschiebungen ist nach Auskunft der Behörde in den Jahren 2015/16 erfolgt – oft ging es dabei um Rückführungen in die Balkanländer.

„In den vergangenen Jahren haben wir im Team sehr deutlich zu spüren bekommen, wie wichtig es für alle Beteiligten ist, dass wir klar und respektvoll miteinander umgehen“, sagt Carsten Konzack. Er habe Verständnis für die oft große nervliche Belastung, der die Flüchtlinge ausgesetzt sind. „Wir versuchen daher, in schwierigen Situationen Hilfestellungen zu geben.“

Werden zum Beispiel jugendliche Flüchtlinge auffällig, werde in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt nach Lösungen für etwaige Probleme gesucht. „Aber wir zeigen auch ganz klar Grenzen auf“, sagt Konzack. „Wenn meine Mitarbeiterinnen beleidigt und beschimpft werden, sprechen wir Hausverbote aus und erstatten Anzeige bei der Polizei.“

Er habe die Erfahrung gemacht, dass das Einhalten von klaren Regeln den Arbeitsalltag erleichtere und auch von den Flüchtlingen respektiert wird. „Wir haben zu den allermeisten Menschen ein ausgesprochen gutes Verhältnis.

Das Thema Abschiebungen sei dennoch für alle Beteiligten hoch emotional und belastend. „Wir sind als Behörde verpflichtet, uns an die Entscheidungen des Bundesamtes zu halten.“ Während Syrien weiterhin als unsicheres Land gilt und Abschiebungen dorthin ausgesetzt sind, wird in Länder wie Pakistan oder Afghanistan abgeschoben – trotz der Proteste von Hilfsorganisationen.

Der Flüchtlingsrat Brandenburg etwa fordert, alle Abschiebungen nach Afghanistan zu stoppen. Brandenburg dürfe sich nicht an Abschiebungen in den Krieg beteiligen.

(hil)