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| 14:30 Uhr

Stadtfest Cottbus
Nach Schlägereien landen 16 Personen im Polizei-Gewahrsam

Die Polizei zeigte beim Cottbuser Stadtfest verstärkt Präsenz.
Die Polizei zeigte beim Cottbuser Stadtfest verstärkt Präsenz. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Verlief das Cottbuser Stadtfest von Freitag zu Samstag laut Polizei „relativ entspannt“, so hat sich dies in der Nacht zum Sonntag gravierend verändert. Ab Mitternacht hatten die Beamten alle Hände voll zu tun, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Von Frank Hilbert

Alle Besucher des Stadtfestes in Cottbus wollten eine entspannte und schöne Zeit verleben, doch einige wenige sahen dies offenbar anders, wie von Polizeisprecher Maik Kettlitz auf Nachfrage zu erfahren ist.

Los ging es Sonntagmorgen um 0.30 Uhr, als sich zwei Gruppen, bestehend aus vier Deutschen und fünf Syrern vor der Stadthalle attackierten. Dabei bekam ein Deutscher eine Flasche ins Gesicht geworfen. Eine knappe Stunde später ist auch einem Ukrainer in der Mauerstraße durch einen Syrer eine Flasche ins Gesicht geworfen worden. Beide Verletzten mussten medizinisch versorgt werden.

Um 1.30 Uhr alarmierten zwei Frauen aus Cottbus die Polizei, weil sie am Oberkirchplatz an den Beinen allergisch reagierten - offenbar auf Pfefferspray oder anderes Reizgas. Die Frauen wurden durch Mitarbeiter des Rettungsdienstes ins Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum (CTK) eingeliefert, informierte die Polizei am Sonntag. Auch die vier Mitarbeiter vom Rettungsdienst hätten auf die flüchtigen Gase durch Reizungen der Augenschleimhäute reagiert. Im Laufe des Sonntags seien die beiden Frauen erneut zur Behandlung ins CTK gekommen. Die Polizei ermittele in der Sache, gehe bislang aber davon aus, dass eine Pfefferspraydose oder ähnliches heruntergefallen und dabei kaputtgegangen sei. Dadurch sei dann möglicherweise das Reizgas ausgetreten.

20 Minuten später gab es auf dem Stadthallenvorplatz eine tätliche Auseinandersetzung zwischen jeweils sechs deutschen und syrischen Männern. Diese endete für zwei deutsche Beteiligte mit leichten Schürfwunden.

Seit Samstagabend landeten laut Polizei insgesamt 16 Personen im Polizeigewahrsam. Gegen alle sei bis Montag ein Aufenthaltsverbot für den Innenstadtbereich ausgesprochen worden. Sollten sie dagegen verstoßen, landen sie erneut im Gewahrsam.

Dort musste auch ein 33-Jähriger untergebracht werden, der am Samstag gegen 20 Uhr von der Polizei dabei erwischt wurde, wie er einen Anhänger mit Graffiti besprühte. Er attackierte die Beamten mit Schlägen und Tritten und traf dabei mit einem Tritt einen Polizisten am Kopf, der aber unverletzt blieb. Darüber hinaus entdeckten die Ordnungshüter bei dem Mann Betäubungsmittel und stellten einen Promillewert von 1,7 fest.

In Folge der Schlägereien zwischen Asylbewerbern am Dienstag habe die Polizei gegen 30 Personen – davon überwiegend Tschetschenen – ebenfalls Aufenthaltsverbote während der Zeit des Stadtfestes für den Innenstadt-Bereich ausgesprochen, sagt Maik Kettlitz. Um allen Stadtfest-Besuchern einen schönen Besuch zu ermöglichen, seien zusätzliche Kräfte der Bereitschaftspolizei eingesetzt worden.