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| 16:47 Uhr

Nach dem Messerangriff
Cottbuser Jobcenter arbeitet nur eingeschränkt

 Nur eingeschränkt läuft der Betrieb im Jobcenter Cottbus, nachdem ein Mann eine Mitarbeiterin mit einem Messer verletzt hatte.
Nur eingeschränkt läuft der Betrieb im Jobcenter Cottbus, nachdem ein Mann eine Mitarbeiterin mit einem Messer verletzt hatte. FOTO: dpa / Jens Kalaene
Cottbus. Nach dem Messerangriff am Freitag auf eine Mitarbeiterin erhalten derzeit alle Beschäftigten des Jobcenters psychologische Betreuung. Einzelgespräche mit Kunden werden teils verschoben.

Der Dienstbetrieb des Cottbuser Jobcenters ist in dieser Woche eingeschränkt aufgenommen worden. Nach Auskunft von Agentursprecherin Anja Schilde wurden im betroffenen Team alle Einzelgespräche mit Kunden für die nächsten Tage abgesagt und verschoben. „Wenn ein Kunde ein dringendes Anliegen hat, dann übernehmen das andere Kollegen“, versichert die Sprecherin. Alle Mitarbeiter des Jobcenters erhielten zudem psychologische Betreuung.

Der Gesundheitszustand der betroffenen Frauen habe sich so weit gebessert, dass beide das Krankenhaus verlassen konnten. Am Freitag hatte ein Mann in einem Einzelgespräch mit einer 36 Jahre alten Mitarbeiterin plötzlich ein Messer gezogen und zugestochen. Die Frau wurde dabei verletzt. Eine Kollegin in einem Nachbarbüro bemerkte die Notlage und eilte zur Hilfe, begleitet von einem Kunden mit Migrationshintergrund. Wie die Agentursprecherin schildert, habe der Kunde wesentlich geholfen, den Mann zu überwältigen und zu fixieren. Der Sicherheitsdienst konnte den Täter schließlich so lange festhalten, bis die Polizei eintraf. Nach dem Messerangriff kamen beide Frauen zur Behandlung ins Krankenhaus – die eine mit Schnittwunden, die andere mit einem Schock.

Nach dem Vorfall, der sich gegen 11.20 Uhr ereignet hatte, wurde das Jobcenter am Freitag geschlossen.

Nach einer Vernehmung am Samstag hat die Staatsanwaltschaft nun einen Haftantrag gestellt, wie Sprecherin Petra Hertwig auf Nachfrage bestätigt. Man ermittle wegen eines versuchten Tötungsdeliktes und schwerer Körperverletzung. Der 38-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

(pk)