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| 15:54 Uhr

Unternehmer berichten von Umsatzeinbruch
Floralia-Insolvenz deutet auf Branchenkrise hin

 Trotz der Insolvenz wird das Unternehmen seine Arbeit wie bisher fortsetzen und die Kunden wie gewohnt bedienen.
Trotz der Insolvenz wird das Unternehmen seine Arbeit wie bisher fortsetzen und die Kunden wie gewohnt bedienen. FOTO: LR / NIls Ohl
Cottbus. Die Insolvenz der Cottbuser Firma Floralia deutet darauf hin, dass sich Gartenbau-Betriebe in ganz Deutschland mit Sorgen tragen. Als Grund gilt die anhaltende Trockenheit. Schon im vergangenen Jahr berichteten Unternehmer von starken Umsatzeinbrüchen. Von Rene Wappler

Die Insolvenz der Floralia Gartenbau e.G. aus Cottbus berührt ein Problem, das inzwischen die gesamte Branche in Deutschland umtreibt. Zwar äußert sich die Geschäftsführung des Unternehmens nicht über die Stellungnahme hinaus, die der Insolvenzverwalter am Dienstagabend veröffentlicht hat. Doch der Zentralverband Gartenbau wies schon im Jahr 2018 darauf hin, dass die Hitzewelle den Umsatz vieler Betriebe deutlich reduzieren werde. Diesen Schluss zog der Verband aus einer Umfrage bei 900 Betrieben.

Auch bei der Floralia Gartenbau e.G. kam es nach Angaben des Insolvenzverwalters Florian Linkert zum einem Liquiditätsengpass: Aufgrund der Dürre im Sommer 2019 sei der Umsatz der Firma deutlich eingebrochen, „um mehr als 200 000 Euro“.

Aus der Umfrage des Zentralverbandes Gartenbau geht hervor, das schon im vergangenen Sommer 6,5 Prozent der Unternehmer die eigene Lage als existenzgefährdend einschätzten. 73 Prozent bezeichneten den zusätzlichen Aufwand als „ärgerlich bis sehr ärgerlich“. Nur sechs Prozent sahen ihre Arbeit durch die Trockenheit und Hitze nicht beeinträchtigt.

Der Verband begründet das Problem so: Die Wetterlage führe zu einem erhöhten technischen Aufwand und zu einer extremen Belastung für die Arbeitskräfte sowie zu höheren Kosten für Wasser und Strom. So veränderten extreme Wetterereignisse die Risikolage der Gartenbaubetriebe.

Firmen melden Schäden in Millionenhöhe

Als Pressereferentin arbeitet Patricia Steinborn beim Zentralverband. Sie zieht eine finanzielle Bilanz aus der Umfrage vom Jahr 2018. „Insgesamt summierten sich die genannten Schäden der Betriebe auf rund 24 Millionen Euro“, erklärt sie. Die Spannweite reiche von wenigen hundert Euro bis zu mehreren Millionen Euro pro Betrieb.
Der Geschäftsbetrieb der Floralia Gartenbau e.G. in Cottbus wird nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters trotz der Krise „uneingeschränkt fortgeführt“. Da es sich um ein Traditionsunternehmen mit „exzellentem Ruf und treuer Kundschaft“ handele, bestehe eine gute Ausgangsbasis für eine erfolgreiche Sanierung. „Die Floralia-Kunden werden auch weiterhin wie gewohnt bedient“, betont der Insolvenzverwalter. Die Löhne und Gehälter der 96 Beschäftigten werden nach seinen Worten über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgedeckt.