| 19:37 Uhr

Cottbus
Blumen für die Pyramiden-Retter

Dank an die Retter: Stiftungsvorstand Gert Streidt (l) und Parkleiter Claudius Wecke (r) mit Ina Grondke, die am 2. März die Feuerwehr alarmierte. Martin Kuhlmann und Robert Emmert (2. und 3.v.l.) von der Freiwilligen Feuerwehr Branitz und Heiko Malaske (2.v.r) von der Berufsfeuerwehr löschten den Brand.
Dank an die Retter: Stiftungsvorstand Gert Streidt (l) und Parkleiter Claudius Wecke (r) mit Ina Grondke, die am 2. März die Feuerwehr alarmierte. Martin Kuhlmann und Robert Emmert (2. und 3.v.l.) von der Freiwilligen Feuerwehr Branitz und Heiko Malaske (2.v.r) von der Berufsfeuerwehr löschten den Brand. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Nach dem Brandanschlag auf den Tumulus ereilt den Branitzer Park eine Welle der Solidarität. Von Peggy Kompalla

Der Schreck sitzt auch zehn Tage nach dem Brandanschlag auf die Seepyramide noch tief. Aber so paradox es klingt: Das Feuer hat auch etwas Gutes entfacht. Das sagt Stiftungsvorstand Gert Streidt. „Der Vorfall beweist die tiefe Verbundenheit der Einwohner mit dem Branitzer Park.“ Eine Welle der Solidarität erreicht demnach den Park. Es gebe nicht nur zahlreiche Spendenanfragen. Ein Cottbuser Ehepaar lobt demnach sogar eine Belohnung von 2500 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen.

Ina Grondke ist zu verdanken, dass die Seepyramide nicht gänzlich abbrannte. Sie meldete am 2. März um 19.20 Uhr das Feuer. Bei der Erinnerung kommen ihr die Bilder wieder hoch. „Ich hatte Angst“, erzählt die Branitzerin am Montag. „Ich wusste ja nicht, was da alles noch brennt.“ Sie ist mit dem Park seit ihrer Kindheit eng verbunden, war doch ihr Patenonkel Karl Hockwin viele Jahre Parkgärtner.

Die Flammen waren den Schilderungen von Ina Grondke zufolge von der Straße aus gut sichtbar. Sie erblickte den Feuerschein, als sie auf dem Heimweg mit dem Auto in die Kurve bog. Sie hielt sofort an und rief die Feuerwehr. „Ich dachte, ich wäre die Hundertste Anruferin, weil vor mir so viele Autos unterwegs waren“, erzählt sie. „Ich bin erschüttert, dass ich die Einzige war, die das Feuer gemeldet hat.“ Ihr Appell kommt von Herzen: „Wir dürfen nicht ignorant gegenüber unserer Umwelt sein. Ein Hilferuf mehr ist besser als einer zu wenig.“

Das kann Heiko Malaske von der Berufsfeuerwehr nur unterstreichen. Seine Kollegen unterstützten die Freiwillige Feuerwehr Branitz, die an dem Abend als erste vor Ort war. Sechs Minuten nach dem Anruf traf Robert Emmert mit seinem Branitzer Team ein. „Die größte Herausforderung war, sicher über das Eis zu kommen“, erzählt er. „Wir haben dann ein Schlauchboot der Berufsfeuerwehr genutzt.“ Den Brand erstickten die Männer mit Feuerpatschen. „Wasser wäre uns an dem Abend sofort gefroren“, sagt Emmert. Es war bitterkalt. Heiko Malaske ergänzt: „Parallel zu den Löscharbeiten haben wir das Schloss und die anderen Gebäude kontrolliert. Das Feuer auf der Pyramide hätte auch ein Ablenkungsmanöver sein können.“

An der Stelle will eigentlich keiner weiterdenken. Die Stiftung macht es trotzdem und will in den nächsten Monaten ein Sicherheitskonzept erarbeiten. Gert Streidt betont: „Der Park ist unser gemeinsames Erbe. Wir müssen über Sicherheitsmaßnahmen nachdenken.“ Dabei wird neben der Wiederbelebung der Parkwächter auch eine Umzäunung in Erwägung gezogen, wie sie bis zum Jahr 1945 existierte.

Vereinzelte Reste stehen noch am Rand vom Dorf Branitz. Parkleiter Claudius Wecke erklärt: „Der innere Park war damals eingezäunt, flankiert vom Grenzgraben. Das war ein einfacher eiserner Staketen-Zaun. Die Fundamente sind noch zu finden.“ Nach dem Krieg sei der Park von Privat- in Volkseigentum übergegangen. Der Zaun wurde dafür als Symbol abgerissen und verschrottet. Sichtbar davon ist heute nur noch das Tor am Cottbuser Torhaus.

Der historische Zaun des Branitzer Parkes ist nur noch an einigen Stellen am Rand von Branitz vorhanden.
Der historische Zaun des Branitzer Parkes ist nur noch an einigen Stellen am Rand von Branitz vorhanden. FOTO: Peggy Kompalla
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